Adventures von Steffi und Felix

Willkommen auf dem Blog von Steffi und Felix. Wir leben in Innsbruck und sind öfters in der wunderschönen Region rund um Tirol unterwegs. Wir lieben den (Berg-)Sport und nutzen den Blog um immer mal wieder über Touren, Reisen oder Erlebnisse zu berichten.

  • Auf leisen Sohlen Richtung Winter

    November. Warmfront. Seit einer Woche Besitzer eines Mountainbikes. Zeit für „Bike & Climb“!

    Wir suchten nach einer Mehrseillängentour, bei der der Zustieg am besten mit einem Fahrrad zu bewältigen ist und wurden im schönen Hinterautal fündig. Da die Tour „Auf leisen Sohlen“ unsere Anforderungen erfüllte ging Samstag der Wecker etwas früher als sonst und wir machten uns um 06:30 Uhr auf den Weg nach Scharnitz. Von dort ging es mit dem Mountainbike bei sehr frischen Temperaturen in Richtung Einstieg unterhalb der Tratenwand. Der Weg dorthin war durch die kalten Temperaturen, dem glitzernden Raureif und durch die allgemeine vorwinterliche Stimmung schon ein Erlebnis für sich. Nach 50 Minute erreichten wir die links deutlich sichtbare Plattenflucht, stellten die Fahrräder neben der Isar ab und gingen das gut begehbare Schotterfeld zum Einstieg hinauf. Am Einstieg (Bohrhaken mit alter Reepschnur) wechselten wir von Zufahrts/-stiegs Bekleidung auf Klettergewand und machten uns auf den Weg die 12 Seillängen hinauf.

    Stärkung vor der ersten Länge

    SL #1: In einem anderen Blog lasen wir etwas von einem „Kaltstart“ und das hätte an diesem Tag nicht zutreffender sein können. Die 1. Länge war für uns gleich die größte Herausforderung, besonders da wir Plattenklettern eher selten praktizieren. Mit gefühllosen Händen und Füßen aufgrund der Kälte aber umso interessanter. Der Überhang hingegen löste sich sehr gut auf und die Länge machte Lust auf mehr.

    SL #2: Kurze Stelle direkt vom Stand weg etwas kniffelig, danach einfaches Gelände immer linkhaltend bis zu einer Latsche. Dort befindet sich ein Bolt, an dem wir Stand machten.

    SL #3Von dort in nicht allzu schwerem Gelände deutlich (!) linkshaltend in eine offensichtlich nach oben ziehende Rinne. Stand an einem einzelnen Bolt mit Rapidglied.

    SL #4: Der Rinne weiter in gemäßigtem Gelände folgen, vorbei an einer Abseilstelle in ein plattige Rinne bis zu einem weiteren, einzelnen Abseilring.

    Plattenparadies

    SL #5: Die wahrscheinlich fordernste Länge, da die Schwierigkeit sehr anhaltend ist, zieht die sich nach oben erstreckende Rinne entlang und fordert von Platten-, über Verschneidungs- und Piaz-Klettern einiges an Bewegungstalent ab. Geniale Länge!

    SL #6: Hier gibt es zwei Optionen: 1) Nach links in einen steilen Quergang an zwei vom Stand gut sichtbaren Bolts und in eine sehr glatte Platte, oder 2) nach rechts, vorbei an einer grasigen Stelle, über einen Überhang und in einen etwas besser strukturierten Plattenbereich. Wir sind die rechte Variante geklettert, die bis auf die grasige Stelle sehr schön war.

    SL #7: Wir haben das Seil aufgenommen und sind ohne Sicherung zum nächsten Stand. Rechts zieht eine nicht allzu schwere Rinne empor, über die man ohne große Schwierigkeiten zum höhergelegenen Gehgelände kommt.

    SL #8: Schöner Plattenstart (langsam hat man sich an das Plattenklettern gewöhnt), über zwei unschwere Überhänge in nicht immer ganz festem Fels zum nächsten Stand.

    SL #9: Schöne, leicht nach links ziehende Länge. Eine kurze Plattenstelle, danach wieder gutgriffige Plaisir-Kletterei.

    SL #10: Einfaches Gelände, die größte Schwierigkeit ist keinen Steinschlag auszulösen. Das Topo stimmt hier sehr genau, wer eine Schlinge an der Latsche nach 30m anbringen möchte kann das gut tun, der Stand ist dann rechts neben einer sehr kleinen Latsche. Die Länge benötigt die vollen 60m Seil.

    SL #11: Erst durch eine Geröllrinne nach rechts, dann in eine glatte Platte (wer hätte es gedacht) und dann wieder nach rechts den (nicht immer ganz leicht zu findenden) Bolts nach. Oben raus ist der Fels dann wieder etwas strukturierter.

    SL #12:  Die letzte Länge zieht nochmals etwas nach links in eine weitere Platte. Spätestens jetzt sollte aber jeden den Bogen raus haben und man kann diese letzte Länge nochmals vollends genießen, ehe es nach Eintrag ist das sehr originelle Wandbuch ans Abseilen geht. Wir kamen bei den letzten Sonnenstrahlen dieses Tages oben an und genossen die letzten warmen Strahlen.

    Auf leisen Sohlen

    Das Abseilen geht problemlos und kann genau so gehandhabt werden wir im bergunsteigen.com Topo beschrieben. Über die oberen Platten ist es etwas mühsam, geht aber auch. Der letzte Abseiler in der unten gelegene Rinne geht sich mit 60m Doppelseil gut aus, auch wenn es von oben nicht so aussieht. Das Topo stimmt hier wirklich sehr gut! Wir kamen genau zur Dämmerung wieder unten an, holten unsere Rucksäcke am Einstieg und gingen zu den Fahrrädern. Die Isar versorgte uns mit Frischwasser, wir zogen uns warm an und fuhren dann gemütlich bis zum Auto. Was für eine grandiose Tour!

    Abseilen with a view

    Am Sonntag wollten wir etwas „gemütliches“ machen und entschieden uns für eine Bike-Tour zum „ausradeln“ auf die Kemater Alm. Da wir den Weg ja kannten verzichteten wir auf eine genaue Tourenplanung und waren dann nicht schlecht überrascht, wie steil es doch bis zur Kemater Alm hochzieht. Wir ließen uns Zeit und genossen die schöne Umgebung trotzdem. Nach kurzer Jause bei der bereits geschlossenen Kemater Alm entschieden wir uns noch bis zur Adolf Pichler Hütte zu radeln.

    Bike-Ambiente

    Wieder steiler als gedacht, wieder anstrengender als gedacht, trotzdem wieder schön oben anzukommen und alleine den Sonnenuntergang im Senderstal mit Blick auf die Kalkkögel zu genießen. Runter warteten dann keine Überraschungen und wir konnten das rundum gelungene Wochenende ausklingen lassen.

  • Climb & Bike

    Mit Verspätung aber zum Glück noch vor dem Winter, kam der Anruf, dass das Mountainbike von Felix endlich gekommen ist. Zum einen können viele Zu- und vor allem Abstiege, ob Ski oder Klettern, mit dem Mountainbike nun endlich vereinfacht werden. Zum anderen ist es immer wieder spannend neue Sportarten zu probieren und ein Ausgleich zum Klettern im Sommer kann nur bereichern. Corona verursachte aber einige Lieferschwierigkeiten, was aber die Vorfreude nur noch größer werden ließ. Am Samstag ging es bei Sonnenschein nochmal an die Martinswand in die Wunderbare Welt, um am Sonntag mit Lena und Maurice (danke für die tolle Routenführung und Techniktipps) auf die Mutterer Alm zu starten.

    Die Finger wurden am Samstag ziemlich strapaziert und das obwohl nicht mal so viel geklettert wurde. Wir genossen den Tag in der Sonne am Felsen dennoch in vollen Zügen und speicherten die Wärme gut ab, da der geplante Urlaub nach Sizilien ja leider immer unrealistischer wird. Nur gut, dass wir am Sonntag unsere Fingerkuppen schonen konnten und erstmal ordentlich die Beinmuskeln arbeiten ließen. Mit dem Bike-Shuttle ging es vom Landestheater nach Mutters. Von hier in Richtung Süden, mit Blick auf Serles und Habicht, bis zur Pfarrachalm. Diese sollte laut einer amerikanischen Suchmaschine schon geschlossen haben, das Schild am Parkplatz sagte allerdings etwas anderes und zum Glück stimmte die ausgedruckte Information 😊

    Steffi cruist © Lena Höfler

    So konnten wir den letzten Öffnungstag noch nutzen und unsere Energiereserven wieder gut füllen. Der Weg bis zur Muttereralm könnte landschaftlich kaum schöner sein, die verfärbten Lärchen standen im Kontrast zu den weißen Bergen und wir 4 waren komplett alleine unterwegs –  einfach traumhaft, da war es nicht mal schlimm, dass sich den ganzen Tag die Sonne nicht blicken ließ. Von der Muttereralm ging es dann den Flow-Trail bis nach Mutters und hier auf der Straße nach Innsbruck um noch kurz vorm dunkel werden wieder in der Wohnung zu sein. Sehr lohnende Tour und ideal, um die Freude am Biken zu gewinnen.

    Am Abend gab es dann noch Käsespätzle, die nach diesem bombastischen Wochenende besonders gut mundeten. Mal wieder konnte Innsbruck mit seiner Vielseitigkeit überzeugen.

  • Arco Escape

    Das Wetter wurde als nicht allzu lohnend für das verlängerte Wochenende in Innsbruck vorausgesagt. Da schon lange ein Kletter-Wochenende mit Dominic ausgemacht war, ging es über den Brenner in Richtung Süden nach Arco, um dort zwei schöne Tage zu verbringen. Dominic schnappte sich noch Michi und so trafen wir uns Samstagvormittag zunächst im Klettergebiet „Padaro“.

    Parado-Route

    In unserem alten Führer waren in diesem Gebiet gerade einmal 8 Routen vermerkt, mittlerweile ist daraus ein riesiges Gebiet mit einer Vielzahl von Routen geworden. Die südöstliche Ausrichtung ermöglicht es dort auch in den kälteren Monaten zu klettern und die Felsqualität und Diversität des Gebietes machen es zu einem absolut lohnenden Ziel. Viel zu früh wurde es dunkel und wir machten uns in der Abenddämmerung auf den Weg zurück zum Auto, um bei bereits absoluter Dunkelheit in Richtung Campingplatz aufzubrechen. Die anfallenden Kosten waren den Campingplatz absolut wert, da dieser sogar eine Sauna (!) zu bieten hatte, die bei den bereits herbstlichen Temperaturen gerne genutzt wurde. Nach Speicheraufladung bei Pizza und Vino de Casa schliefen wir bestens und starteten ausgeruht in den nächsten Tag. Vielleicht auch, weil wir durch die Zeitumstellung eine Stunde länger schlafen konnten.

    Klettern in Ranzo

    Am Sonntag ging es dann in das Gebiet „Ranzo“, welches schon aufgrund der Lage und wegen des Ausblicks einen Besuch wert ist. Ranzig ist hier gar nichts! Die Routen sind oft recht lang und bieten von athletischen Boulderproblemen über Leistenausdauerrouten alles was das Kletterherz begehrt. Die Länge der Wand und die dadurch schiere Masse an Routen tut ihr übriges. Wir verbachten also einen sehr schönen Tag bis es für uns in der diesmal noch früher eintretenden Dämmerung wieder hieß: Ab zum Auto. Von dort ging es wieder über den Brenner zurück, denn der Montag versprach schon seit längerem nass zu werden. Dennoch hat sich der Kurztrip gelohnt, um nach dem verlängerten Wochenende wieder motiviert in die neue Woche zu starten.

    Dominic
  • Homedays

    Das Video von unserem Kletter-Trip durch Österreich ist fertig. Viel Spaß beim Anschauen und meldet euch gerne bei Fragen zu Klettergebieten, die im Video vorkommen 🙂

  • Sthenischer Wintereinbruch

    Regen und Geburtstag von Felix`s Bruder ließen uns nach München fahren und gemütliche Family- und Quality-Time verbringen. Da es am Sonntag zwar überall weiß, aber das Wetter dennoch gut werden sollte, fuhren wir direkt an die wärmende Südwand der Burschlwand, um gemütlich ein paar Längen zu Klettern. Wir entschieden uns für die „Stenico“ und waren an diesem Tag auch ganz allein unterwegs. An der Südwand war es angenehm warm, an manchen windgeschützten Ständen sogar fast heiß. Steffi hatte das Glück und hatte ausschließlich bequeme Stände, Felix durfte die Landschaft in einigen „Hängeständen“ auf sich wirken lassen 😊 Die Absicherung war perfekt und die Seillängen lohnend. Schöne Kletterei, bei der ab und an schon kleine Leisten hergezwickt werden müssen. Durch die gute Absicherung ist das Stresslevel aber immer niedrig geblieben. Wir genossen die einsame Kletterei in den wärmenden Sonnenstrahlen und blickten voller Vorfreude auf den Winter auf die weißen Berge. Nach den 7 Seillängen genossen wir Müsliriegel, Aussicht und Sonne. Der Abstieg ist einfach und man ist ganz schnell wieder beim Auto. Die Wand war dann bereits im Schatten, wir hatten die Sonnenstrahlen also perfekt ausgenutzt. Perfekte Tour für einen gemütlichen, entspannten und angstfreien Klettersonntag.

  • Das Maltatal

    Eigentlich wollten wir schon während unserem diesjährigen Kletterurlaub dem Maltatal einen Besuch abstatten, da die Kletterei von allen viel gelobt wird. Das Wetter hat es damals mit uns nicht gut gemeint, aber zum Glück hat Steffis Bruder seine Hochzeit in Klagenfurt geplant. Wir nahmen uns einen Tag mehr frei und statteten dem Maltatal bei Traumwetter endlich einen Besuch ab. Mittwochabends ging es also für 2 Touren noch schnell an die Kreuzwand und wir waren uns beide einig, dass wir selten so coole Touren geklettert sind. Am nächsten Tag ging es, da das Wetter sehr gut werden sollte, zum Sektor Gatekeeper, da weiter oben und ostseitig. Das ostseitig stimmt nicht ganz, da aber ein leichter Wind ging und am Nachmittag ein paar Wolken aufzogen, war es für uns perfekt zum Klettern, die Sonne wäre aber bis 17:00 Uhr in der Wand gewesen.

    In diesem Sektor kletterten wir an diesem Tag 4 richtig coole Linien. Wir können nicht mehr und nicht weniger sagen als: „Ja wow es ist echt genial und macht so richtig Spaß hier zu klettern!“

    Maltatal at it’s best 3

    Am Donnerstagabend ging es dann aber schon weiter nach Klagenfurt und das Traumwetter blieb uns zum Glück für das gesamte Hochzeitswochenende erhalten. Ein sehr gelungener Kurzurlaub mit einem super Mix aus Sport und Party. Danke Dominic auch für die super Tipps, wir verstehen nun deine Schwärmerei 😊

    Generell kann allerdings gesagt werden, dass sich das Maltaltal eher für den Herbst (Oktober) eignet, da viele Gebiete Sonne abbekommen. 

  • Abram, Vinatzer und Cogoi

    Irgendwie war es dieses Jahr etwas verhext, das Wetter sollte, dann wenn wir Zeit hatten, nie so sein, dass alpine Touren möglich waren. Das erste Septemberwochenende sollte aber endlich perfekt passen. Wir hatten den Freitag frei und so erwarteten uns 3 Tage mit Josi und Fels. Da in Österreich ab Samstagmittag das Wetter nicht mehr so gut sein sollte, entschieden wir uns zum Sellajoch zu fahren.

    Wir kamen Freitagabend an, jausneten noch schnell und schliefen voller Vorfreude zeitig ein. In der Früh wollten wir dann aber nicht so recht aus dem warmen Bus raus und da die Tage ja noch relativ lange sind und auf über 2000 Meter die Sonne dann schon gut tut, starteten wir erst um 09:30 Uhr vom Auto weg. Der Zustieg zur Abram-Führe am Piz Ciavazes ist schön kurz, dafür war unsere Tour aber besetzt und so warteten wir noch etwas in der Sonne. Danach ging es aber relativ zügig voran und die Schlüssellängen konnten gut gemeistert werden.

    4. Seillänge

    Nach der 5. Länge war die Hauptschwierigkeit vorbei und es erwartete uns bis oben hin Plaisirkletterei. Die Routenfindung war einfach, die Linie logisch oder das Topo einfach so gut-in jedem Fall genossen wir die Kletterei in vollen Zügen. Das Panorama in dieser Tour und vom Gamsband oben, einfach immer wieder atemberaubend. Der Abstieg löste sich auch ganz logisch auf und so waren wir bereits um 16:00 Uhr beim Auto konnten uns bei Sonnenschein waschen und die Abendsonne mit Blick auf den Langkofel genießen, was für ein schöner Tag.

    Oben gab’s Schatten

    Die Tourenplanung für den nächsten Tag resultierte in der Vinatzer-Führe am Dritten Sellaturm. Die doch noch relativ warmen Temperaturen ließen uns hoffen, dass wir nicht erfrieren werden 😊 Wir ergatterten einen der letzten Parkplätze am Pass und verschwanden dann gleich in den Schatten. Beim Einstieg angekommen (ca. 09:45 Uhr) mussten wir wieder erstmal warten, da eine Seilschaft, die noch dazu die erste Seillänge halbierte, gerade einstieg. Aber auch dieses Mal warteten wir lange genug, um uns beim Standplatz nicht in die Quere zu kommen, als dann schon die nächsten ankamen, stiegen wir aber dennoch ein. Die ersten Längen gingen relativ zügig und am Stand war es mit der Südtiroler Seilschaft von Anfang an sehr nett. Der Fels war etwas kühl, die Lufttemperatur aber fein und so störte es nicht weiter, dass wir am Anfang nur Schatten hatten. Bis zum Schotterband war die Wegfindung gut machbar und die Kletterei echt lässig. Die Schlüssellänge startend vom Schuttband war ein super Erlebnis, ein richtiger cooler Riss gefolgt von einem steilen Dach mit guten Griffen.

    Noch im Schatten

    Aber dann fing es an: Der Fels wurde brüchiger, die Wegfindung schwierig und so brauchten wir in den Seillängen 9 und 10 sehr lange und mussten die Stände selber bauen. Bei der 9. Seillänge wie im Link beschrieben zum Doppelhaken, dann nach links durch den brüchig wirkenden Fels, bis sich ein Riss über einem auftut. In diesem steckt ein alter Schlaghaken und von dort immer noch ca. 10 Meter weiter leicht rechts dem Riss folgend. Der Stand befindet sich dann unter einem kleinen Überhang, von dem es nach rechts dem Riss folgend weitergeht. Es stellte sich zwar heraus, dass wir grundsätzlich auch immer richtig waren, bauten den Stand zwischen 9. Und 10. Seillänge einfach zu früh. Der Seilschaft hinter uns ging es witzigerweise gleich. Die Stände sind dann zwar immer aufgetaucht, aber einfach etwas später als vermutet. Dieser brüchige Abschnitt hat uns ordentlich gefordert und viel Zeit und Energie gekostet, aber wir schafften es dann doch noch auf den Gipfel, jucheheee. Nach einer ausgiebigen Gipfelpause mit den Südtirolern machten wir uns zusammen auf den Abstieg, teilten Abseilpisten und hatte super nette Gespräche, so wurde es beim Abstieg in der Abendsonne auch nie langweilig und das Ende der Wand war bald erreicht. Bei den letzten Metern zum Auto konnten wir das Lichtspiel der untergehenden Sonne hinter der Grohmannspitze beobachten und nach einer kurzen Dusche schmeckten die Nudeln mit Pesto besser als jedes 5 Sternemenü. Es muss manchmal nicht viel sein 😊

    Lichtspiel

    Bei gigantischem Sternenhimmel, Sternschnuppen und Wetterleuchten vom Norden ließen wir beide Touren Revue passieren und stellten mal wieder fest, dass jede Tour seine eigenen Tücken haben kann und Bewertungen allein oft nicht die Schwierigkeiten ausmachen.

    Am nächsten Tag schliefen wir in Erwartung von dem eintreffenden Regen aus, wurde aber von einem blauen Himmel überrascht. Da am Vorabend Kletterer an uns vorbeigingen, forschten wir nach, ob in unserer Nähe ein Sportklettergarten ist und siehe da, keine 10 Minuten von unserem Parkplatz entfernt befand sich das traditionsreiche Gebiet Cogoi – Pian Schiavaneis. Da es regensicher beschrieben wurde, packten wir nach ausgiebigem Frühstück unsere Sachen und verbrachten noch recht unverhofft einen lässigem Sportklettertag in dem Gebiet. Auch wenn manche Touren geschlagene Griffe haben, ist das Ambiente genial und die Kletterei dafür umso athletischer. Am Abend ging es durch Starkregen und eine leider recht volle Autobahn gen Innsbruck. Wir waren aber durchwegs zufrieden und kamen erholt und mit vollen Akkus in Innsbruck an.

  • Spontan ist (Nock-)spitze

    Um 18:30 Uhr kam Steffi voller Euphorie von der Arbeit nach Hause. Das Wetter und die Berge ließen die geplanten Erledigungen vergessen, da der Drang nach draußen einfach viel zu groß war. So wurde spontan der Rucksack mit Isomatte, Schlafsack und Kaffee gepackt und um 20.15 gings vom Parkplatz der Axamer Lizum rauf auf die Nockspitze (2404), die wir bisher nur aus dem Winter kannten. Das erste Mal im Sommer wurde auch Zeit 😊

    Der Aufstieg über’s Halsl bis zum Gipfel konnte fast noch ohne Stirnlampe absolviert werden. Oben angekommen begrüßten uns ein paar Gipfelstürmer, die die gleiche Idee hatten und den immer wieder atemberaubenden Blick mit uns genossen. Das Gipfelplateau ist ja zum Glück groß genug und so gab es auch für uns noch eine Mulde, die wie gemacht für unsere zwei Isomatten war, „natürlich“ mit direktem Blick ins Inntal.

    Approach to Innsbruck

    Nach Essen, Bier, fotografieren und genießen schlüpften wir um ca 23.00 Uhr dann in unsere zum Glück warmen Schlafsäcke, denn der Wind ließ es doch ziemlich zapfig werden.

    Eingeschlafen wurde mit Blick auf die Milchstraße und einige Sternschnuppen. Was für eine geniale wolkenlose Nacht oberhalb von Innsbruck.

    First Beam

    Um 05:00 Uhr wurde es dann schön langsam etwas lauter, die ersten Leute vom Tal kamen herauf. Das störte aber nicht weiter, denn Richtung Osten war der Horizont schon tieforange. Um halb 7 konnten wir dann die ersten Sonnenstrahlen des Tages genießen und einsaugen. Die Täler wurden nach und nach bestrahlt und man merkte bereits, dass der Herbst nicht mehr weit ist, was der schönen Stimmung aber absolut keinen Abbruch tat. Um 07:00 Uhr ging es dann, voller neuer Energie für den Tag wieder abwärts. Nach einem kurzen Frühstück auf der Terrasse saßen wir um halb 10 wieder in der Arbeit, kaum zu glauben, dass wir gerade noch da oben waren, scheint die Nockspitze ja doch etwas entfernt vom Büro zu sein.

    Wieder einmal mehr, DANKE, dass wir in einem so schönen Land leben dürfen, solche Momente geben Kraft für jeden noch so stressigen Alltag, weil die Freiheit am Berg einfach einzigartig ist und Energie gibt, die man nur kennt, wenn man es selbst erlebt. In diesem Sinne-schönes Wochenende und genießt die Zeit am Berg 😊

  • A schau, Aschbach!

    Das Wochenende stand ganz im Zeichen vom Sportklettern im Ötztal. Zunächst war der Plan nach Niederthai zu fahren, was wir am Samstag Vormittag dann auch in die Tat umsetzten. Endlich war der absolute Klassiker „Le Miracle“ frei und wir starteten nach kurzem Aufwärmen gleich in die Tour. Sie ist wirklich als Wunder zu bezeichnen! Dass sich solche Formationen von Natur aus bilden können ist einfach „bewundernswert“. Felix konnte dir Tour sogar im zweiten Go durchsteigen, weswegen der Tag nur mehr ein Erfolg werden konnte.

    Gegen Nachmittag verließen wir das Gebiet und machten uns auf dem Weg Richtung Huben, dem Ausgangspunkt für die Mehrseillängentour „Heimspiel“ auf den Hahlkogel, die wir für den Sonntag geplant hatten. Die unsichere Wetterprognose ließ uns aber von diesem Plan Abstand nehmen. Wir suchten uns daher ein nettes Plätzchen, übernachteten bei beeindruckendem Sternenhimmel inkl. Milchstraße und machten uns am nächsten Tag auf in das Klettergebiet Aschbach, welches Neuland für uns war. Die Kletterei dort kann als fordernd, aber mindestens genauso schön wie ihn Niederthai beschreiben werden. Wir verausgabten uns auch dort wieder, obwohl wir den Vortag schon recht spürten. Um 15 Uhr saßen wir bei Josi beim Kaffee und spürten die ersten Regentropfen. Es schien als hätten wir die richtige Entscheidung getroffen und als dann das Gewitter so richtig rumste, waren wir wirklich heilfroh, gerade nicht auf dem Hahlkogel zu sein. Glück gehabt!

  • Durchschnaufen auf 3000 Meter

    Vor kurzen waren wir mit Freunden in Ötz klettern und bekamen beim „After-Kletter-Bier“ mit Blick auf den Acherkogel die Empfehlung des Nordostgrats. Heiße Temperaturen in Innsbruck und der Drang mal wieder eine längere Tour zu unternehmen, ließen uns einen Tag Urlaub nehmen um die Tour Maninkogel/Acherkogel zu unternehmen. Das Wetter war super beständig angesagt und so starteten wir ganz gemütlich um 09:30 Uhr vom Parkplatz los.

    Der Start über den Stausee

    Durch das Mittertal geht’s auf gemächlich steigenden Wanderwegen an schönen Bachläufen und Almen entlang. Bei etwa 2400 Meter geht links ein kleiner Pfad weg, der an einem wunderschönen türkisblauen Bergsee vorbeiführt. Die genaue Beschreibung findet ihr hier .

    Bis zur ersten 4er Stelle sind wir alles ungesichert gegangen. Der Blick zurück mit türkisem See ist es wert öfters mal innezuhalten und nach unten zu schauen. Die Orientierung war aufgrund des guten Topos voll ok, obgleich Erfahrung im Topolesen und im alpinen Gelände schon erforderlich ist. Generell geht es aber dem logischen Weg nach und es dauerte nicht lange bis wir vor der Schlüssellänge standen (Bolt mit Repschnur + Schlaghaken). Felix stieg diese Länge vor und wir waren über das Seil ganz glücklich, wenn auch diese Stelle nur kurz etwas fordernder ist. Nach dieser 60 Meter Seillänge beschlossen wir, Keile, Friends und Seil erstmal wieder einzupacken und zumindest bis zum Maningkogel ungesichert zu gehen. Dies ging auch super auf und die Platten hoch zum ersten Gipfel machten richtig Spaß. Immer mal wieder kommt man bei Bolts und „Dauerfriends“ vorbei, um so die Gewissheit zu haben, dass man on track ist.

    Plaisir-Kletterei

    Nach einer kurzen Pause und Topostudium ging es erstmal über den Grat und etwas bergab bis man vor einem markanten Kamin, der mit 3 bewertet ist, steht. Aufgrund der Gutgriffigkeit entschieden wir uns auch hier mal ungesichert zu starten und es löste sich auch alles sehr gut auf. Der regelmäßige Blick aufs Topo und die vereinzelten Bolts machten die Orientierung meist einfach. Bis auf ein paar Unsicherheiten, die sich dann aber schnell wieder als richtiger Weg herausstellten ging es relativ logisch, dem einfachsten Weg und den guten Griffen folgend, bis zum Gipfel. Das Seil brauchten wir dann tatsächlich nicht mehr.

    Wir gingen die gesamte Tour mit unseren Zustiegsschuhen und waren in der 4er Länge doch froh über das Seil. Benötigt haben wir einen mittleren Friend bei unserem einzigen Standplatz. Gewicht hätten wir also etwas sparen können, aber ist doch alles gutes Training 😊

    Ötztal-Einfahrt

    Am Gipfel genossen wir die Gipfeljause, den wahnsinnigen Tief- und Ausblick und die Einsamkeit, die uns seit der Früh bis auf Kühe und Schafe erhalten blieb. Der Abstieg sollte laut Topo nochmal unfein werden und so waren wir auf alles vorbereitet.

    Der rote Pfeil ist gut sichtbar und die Markierung bleibt mit roten Punkten so gut – bis zum ersten Plateau zumindest. Ab da sollte es weiter Richtung Mattingsee gehen. Wir hatten keine Ahnung ob die kleine „Pfütze“ dieser See ist oder nicht. Steinmännchen waren aber einige da und so ging es quasi in Richtung Ötztal bis zu diesem kleinen See, von dem weg dann wieder ein gut markierter Wanderweg rauf zur Mittertalscharte führt. Die Steinmännchen kommen und gehen, wir sind dann dem logischsten Weg gefolgt, aber sich nicht dem Richtigen. Es benötigt definitiv nochmal Konzentration, aber da hatten wir schon blödere Abstiege. Der kurze Gegenanstieg ließ die Vorfreude auf das Baden im Bergsee immer größer werden. Die Vorstellung vom Schwimmen im See konnten wir aber nicht ganz umsetzten, da der See richtig kalt war und so ging es nur kurz rein und gleich wieder raus, die Erfrischung war aber gegeben 😊

    Abstieg

    Danach ging es das Mittertal noch raus und um 17:45 Uhr starteten wir den Motor unserer Josi, um unseren heiß ersehnten Burger näher zu kommen. Das dauerte zwar dann noch etwas, da wir uns für selbst machen entschieden, aber dafür schmeckte er dann auf unserer Terrasse bei immer noch heißen Temperaturen in Innsbruck umso besser.

    Was für ein schöner Tag in den heimischen Bergen mit viel Luft unter unserem Allerwertesten und angenehmen Temperaturen trotz ungeschützter Sonne. Eine perfekte Tour, um den Alltag vergessen zu lassen.