Durchschnaufen auf 3000 Meter

Vor kurzen waren wir mit Freunden in Ötz klettern und bekamen beim „After-Kletter-Bier“ mit Blick auf den Acherkogel die Empfehlung des Nordostgrats. Heiße Temperaturen in Innsbruck und der Drang mal wieder eine längere Tour zu unternehmen, ließen uns einen Tag Urlaub nehmen um die Tour Maninkogel/Acherkogel zu unternehmen. Das Wetter war super beständig angesagt und so starteten wir ganz gemütlich um 09:30 Uhr vom Parkplatz los.

Der Start über den Stausee

Durch das Mittertal geht’s auf gemächlich steigenden Wanderwegen an schönen Bachläufen und Almen entlang. Bei etwa 2400 Meter geht links ein kleiner Pfad weg, der an einem wunderschönen türkisblauen Bergsee vorbeiführt. Die genaue Beschreibung findet ihr hier .

Bis zur ersten 4er Stelle sind wir alles ungesichert gegangen. Der Blick zurück mit türkisem See ist es wert öfters mal innezuhalten und nach unten zu schauen. Die Orientierung war aufgrund des guten Topos voll ok, obgleich Erfahrung im Topolesen und im alpinen Gelände schon erforderlich ist. Generell geht es aber dem logischen Weg nach und es dauerte nicht lange bis wir vor der Schlüssellänge standen (Bolt mit Repschnur + Schlaghaken). Felix stieg diese Länge vor und wir waren über das Seil ganz glücklich, wenn auch diese Stelle nur kurz etwas fordernder ist. Nach dieser 60 Meter Seillänge beschlossen wir, Keile, Friends und Seil erstmal wieder einzupacken und zumindest bis zum Maningkogel ungesichert zu gehen. Dies ging auch super auf und die Platten hoch zum ersten Gipfel machten richtig Spaß. Immer mal wieder kommt man bei Bolts und „Dauerfriends“ vorbei, um so die Gewissheit zu haben, dass man on track ist.

Plaisir-Kletterei

Nach einer kurzen Pause und Topostudium ging es erstmal über den Grat und etwas bergab bis man vor einem markanten Kamin, der mit 3 bewertet ist, steht. Aufgrund der Gutgriffigkeit entschieden wir uns auch hier mal ungesichert zu starten und es löste sich auch alles sehr gut auf. Der regelmäßige Blick aufs Topo und die vereinzelten Bolts machten die Orientierung meist einfach. Bis auf ein paar Unsicherheiten, die sich dann aber schnell wieder als richtiger Weg herausstellten ging es relativ logisch, dem einfachsten Weg und den guten Griffen folgend, bis zum Gipfel. Das Seil brauchten wir dann tatsächlich nicht mehr.

Wir gingen die gesamte Tour mit unseren Zustiegsschuhen und waren in der 4er Länge doch froh über das Seil. Benötigt haben wir einen mittleren Friend bei unserem einzigen Standplatz. Gewicht hätten wir also etwas sparen können, aber ist doch alles gutes Training 😊

Ötztal-Einfahrt

Am Gipfel genossen wir die Gipfeljause, den wahnsinnigen Tief- und Ausblick und die Einsamkeit, die uns seit der Früh bis auf Kühe und Schafe erhalten blieb. Der Abstieg sollte laut Topo nochmal unfein werden und so waren wir auf alles vorbereitet.

Der rote Pfeil ist gut sichtbar und die Markierung bleibt mit roten Punkten so gut – bis zum ersten Plateau zumindest. Ab da sollte es weiter Richtung Mattingsee gehen. Wir hatten keine Ahnung ob die kleine „Pfütze“ dieser See ist oder nicht. Steinmännchen waren aber einige da und so ging es quasi in Richtung Ötztal bis zu diesem kleinen See, von dem weg dann wieder ein gut markierter Wanderweg rauf zur Mittertalscharte führt. Die Steinmännchen kommen und gehen, wir sind dann dem logischsten Weg gefolgt, aber sich nicht dem Richtigen. Es benötigt definitiv nochmal Konzentration, aber da hatten wir schon blödere Abstiege. Der kurze Gegenanstieg ließ die Vorfreude auf das Baden im Bergsee immer größer werden. Die Vorstellung vom Schwimmen im See konnten wir aber nicht ganz umsetzten, da der See richtig kalt war und so ging es nur kurz rein und gleich wieder raus, die Erfrischung war aber gegeben 😊

Abstieg

Danach ging es das Mittertal noch raus und um 17:45 Uhr starteten wir den Motor unserer Josi, um unseren heiß ersehnten Burger näher zu kommen. Das dauerte zwar dann noch etwas, da wir uns für selbst machen entschieden, aber dafür schmeckte er dann auf unserer Terrasse bei immer noch heißen Temperaturen in Innsbruck umso besser.

Was für ein schöner Tag in den heimischen Bergen mit viel Luft unter unserem Allerwertesten und angenehmen Temperaturen trotz ungeschützter Sonne. Eine perfekte Tour, um den Alltag vergessen zu lassen.