Lange wollten wir mal wieder eine Tour in der Gegend Grödner Joch – Sellajoch gehen und daher kamen Steffis Eltern, um auf die Kids zu schauen. Beinahe wurde unser Plan nichts, aber dann ändertet sich am Samstag der Wetterbericht für Sonntag und Montag zum Glück noch und wir konnten in dieses unfassbar schön Eck der Dolomiten fahren.
Los ging es am Sonntag um 05:45 Uhr und wir konnten es kaum glauben, dass wir auf der Brennerautobahn um kurz nach 06:00 Uhr tatsächlich in einen kurzen Stau kamen… zum Glück ging es bis auf die kurze Verzögerung dann aber schnell voran. Das Grödnerjoch erreichten wir dann um 08:00 Uhr und nach kurzem Frühstück und Kaffee ging es um 08:30 bereits los zum Einstieg der Insamspitze. Heute wollten wir die Bernardi Führe auf die Insamspitze klettern. Vorbei an einem schon gut genährten Murmeltier, ging es zügig zum Einstieg, den wir mühelos fanden. Beim Angurten merkten wir dann, dass die Keile wohl im Auto liegen geblieben sind, so mussten heute halt die Friends ausreichen. Um kurz vor halb 10 startet dann aufgeregt, leicht nervös durch die lange Alpinpause, aber voller Vorfreude Felix in die erste Seillänge. Steffi klettertet zügig nach und gleich weiter in die zweite Seillänge die schön und nicht zu schwer war, nur beim vermeintlichen Schlaghaken, der für den Stand gedacht sein sollte, fehlte die Sanduhr weit und breit. So kletterte sie ein Stück weiter, bis sie sich ganz sicher war, zu weit zu sein. Der Fels war in diesem Bereich leider etwas brüchig, sodass an einen Standplatzbau nicht zu denken war. Daher ging es wieder ein paar Meter zurück und hinunter, wo Steffi an einem Schlaghaken und zwei Sanduhren einen soliden Standplatz bauen konnte. Nun sollte es etwas zügiger weitergehen. Auch am dritten Stand musste dazugelegt werden, was aber gut möglich war. Die 4. Seillänge war der Start zur einschüchternden, weil luftigen Querung.

Die 3 Meter abklettern stimmten nicht ganz und so ging es an durchwegs guten Griffen aber mit viel Luft unterm Allerwertesten die Querung zügig rüber und selbstbewusst die Platte hoch, wo der Standplatz zum Glück schnell gefunden werden konnte. Auch die 5. Seillänge war angsteinflößend und imposant. Aber auch hier waren die Griffe durchwegs gut und die kurze Querung löste sich gut auf, genauso wie die nächsten Meter an der grauen „Platte“. Der Standplatz sollte an einer großen Sanduhr gebaut werden. Da Felix keine andere Sanduhr sah und die Meterangabe schon erreicht war, beschloss er einen Stand zu bauen. Leider gab es keine Möglichkeit etwas dazuzulegen und so musste eine mittelgroße Sanduhr ausreichen. So richtig wohl fühlten wir uns beide nicht, aber es gab ja keine andere Option. Dass die wirklich große Sanduhr 5 Meter weiter hinter dem nächsten Bankerl auf ihn gewartet hätte, wussten wir erst später. So meisterte Steffi die 5+ Plattenstelle und wollte schnell zum nächsten Stand, um Felix zu erlösen. Daraus wurde allerdings nichts, da die Wegfindung ohne Material einfach nicht so einfach war. So ging es eine Querung rechts und wieder retour, dann einen kleinen „Überhang“ hoch um vor dem Überstieg wieder abzuklettern und dann über deutlich weiter links über tatsächliches 4er Gelände zum heiß ersehnten Stand. Glücklich und erleichtert sicherte Steffi Felix flott nach. Die dunklen Wolken am Himmel wurden immer weniger und so vertrauten wir dem Wetterbericht immer mehr und konnten dann Seillänge 7 (komplett clean) und Seillänge 8 noch genießen. Die 8.Seillänge fordertet nochmal etwas Moral, aber dafür war die Wegfindung logisch – endlich, wir hatten auch tatsächlich keine Lust mehr zu suchen 😊
Am Gipfel angekommen genossen wir die Ruhe und Zweisamkeit, denn wir waren tatsächlich den ganzen Tag allein in der Tour am Weg.

Das Abseilen in die Schlucht war logisch, einfach und schnell erledigt und so ging es dann noch die letzten Meter zur Cirspitze (2592m), denn der Tag war ja doch noch lange. Die Cirspitze ist ein supernetter Gipfel, ca. 500 Höhenmeter ein paar leichte Versicherungen und zum Klettersteig lernen für Kids definitiv geeignet. Wir kommen also vermutlich mit Verstärkung wieder 😉
Um kurz vor 16:00 Uhr waren wir dann beim Auto und liebten es in Ruhe eine kleine Jause mit Bier und Sonnenschein zu genießen und einfach sitzen zu können, mit Blick auf die Insam- und Cirspitze.
Danach ging es auf Schlafplatzsuche. Eigentlich wollten wir zum Schlafplatz von vor ein paar Jahren, aber dieser war leider nicht mehr befahrbar und auch sonst gab es kaum Möglichkeiten (außer am Grödnerjoch gegegen Bezahlung) auch bis zum Sellajoch nicht. All unsere Optionen waren verbaut oder mit Schildern verboten. Zum Glück fährt man am Sellajoch von Bozen nach Trentino und so waren plötzlich alle Ausbuchtungen Schlafoptionen – kaum zu glauben aber wahr. Jedenfalls war auch hier unser „Traumschlafplatz“ von früher mit einem Schranken versperrt, aber wir fanden einen anderen versteckten doch schönen Platz allein, wenn auch neben der Straße, aber so konnten wir wenigsten Zeugen der „Grödener Mopedgang“ werden 😊

Duschen, kochen, Burger und Bier genießen immer mit Blick auf die impsonaten Wände – was gibt es Besseres. Um kurz nach 21:00 Uhr gings ins Bett, wir waren einfach echt müde.
Mäßig erholt, die Tour hat uns scheinbar mehr gefordert als gedacht, standen wir um kurz nach 6:00 Uhr auf und machten und zügig auf den Weg zum Sellajoch. Die Parkbucht zu verlassen war nicht ganz einfach, aber machbar. Die Morgenstimmung entschädigte das frühe Aufstehen sofort und um kurz vor halb 8 starteten wir zum Einstieg des 2. Selltaturms. Heute wollten wir aufgrund der Gewitterwahrscheinlichkeit am Nachmittag und aufgrund der Erschöpfung wirklich eine kurze und leichte Tour gehen – die „Glückverschneidung“. Auch an diesem Tag besuchten wir beim Zustieg ein Murmeltier, dieses Mal noch näher und noch ruhiger und länger am gleichen Platz. Den Einstieg fanden wir ohne große Schwierigkeiten und heute durfte Steffi starten. Der herumziehende Nebel machte es ganz schön kalt, aber zum Glück waren die Griffe auch groß. Die ersten beiden Seillängen machten keine Probleme und so gings gleich mal in die Schlüssellänge. Eine tolle Verschneidung aber mit kalten Fingern und der Müdigkeit vom Vortag, dennoch zu konzentrieren und man musste schon auch klettern. Selbstsicherungsgeräte dabei zu haben war zudem nicht nur für den Standplatzbau angenehm, sondern ließen die Kletterei entspannter absolvieren. Heute konnten alle Stände schnell gefunden werden und so konnte Felix schon bald die letzte Seillänge genießen. Am Gipfel gab es Sonnenschein und Einsamkeit. Nur die Müsliriegel fehlten, die lagen noch gut gekühlt im Auto 😊 konzentriert ging es das 3er Gelände abwärts und dann in schnellen Schritten, abermals beim Murmeltier vorbei zum Auto. Noch vor 12:00 Uhr konnten wir die Klettergurte ins Auto legen und uns auf die Suche nach einem Platz zum Mittagessen und Kaffee trinken machen. Abermals erschreckend, wie touristisch diese Gegend ist, aber wir fanden unser ruhiges Plätzchen und genossen die Zeit zu zweit mit unseren 5 Sterne Nudeln mit Pesto.

Danach ging es zügig nach Hause. Wir wollten dann unseren Kids noch eine Freude bereiten und kauften bei einem Stand am Straßenrand Obst und Mozzarella – bezahlt haben wir viel zu viel, aber das wurde uns dann so richtig erst viel zu spät bewusst. Wie auch immer, die zwei Tage waren Erholung pur, wenn auch körperlich und mental sehr fordernd. Aber wir sind wieder so richtig auf den Geschmack gekommen und haben die Zeit am Berg und im Bus einfach nur genossen. Danke Südtirol danke Oma und Opa danke brave Kids ❤
















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