Willkommen auf dem Blog von Steffi und Felix. Wir leben in Innsbruck und sind öfters in der wunderschönen Region rund um Tirol unterwegs. Wir lieben den (Berg-)Sport und nutzen den Blog um immer mal wieder über Touren, Reisen oder Erlebnisse zu berichten.
Es verschlug uns Anfang Juni endlich mal wieder in eine unserer Lieblingsdestinationen: Ins Val Pennavaire an der ligurischen Küste, auch bekannt als Oltre Finale. Quasi Steffis Geburtstagsgeschenk dieses Jahr 😊 Dieses Tal ist für uns besonders, da wir mehr oder weniger dort mit dem Klettern begannen und es für uns Jahr für Jahr toll ist, den Fortschritt am eigenen Leib zu spüren. Beispielsweise, wenn man endlich in Gebiete gehen kann, die man anfangs nur mit Staunen und Ehrfurcht von der Straße aus, die sich durch das Tal schlängelt, betrachtet hat.
Klettern in Erboristeria
Wir hatten wahnsinniges Glück mit dem Wetter, es war sonnig, aber nie so richtig heiß, wie es zur gleichen Zeit in Tirol bei berichteten 35 Grad war. So konnten wir das Maximum aus den Tagen herausholen und auch unseren Schlafplatz hoch oben über dem Val Pennavaire vollends genießen.
Einfallender Nebel
Auch wenn uns hier ein Erlebnis geprägt hat, dass unter die Kategorie „once in a lifetime“ (hoffentlich) fällt. Zusammen mit unseren Freunden Anna, Franzi, Michi und Remo wollten wir den Platz oben genießen, ein paar jugendliche Italiener verwandelten den sehr ruhigen und abgelegenen Ort aber zu einem Festivalgelände, mit Stromaggregat, Lichtern und lauter „elektronischer Musik“. Als dann noch eine Kettensäge zur Holzbeschaffung zum Einsatz kam war für uns klar, die Nacht eher an einem anderen Ort zu verbringen. Glücklicherweise blieb das aber der einzige Zwischenfall und den Rest der Zeit konnten wir die Seele baumeln und die Finger zupacken lassen. Besonders erwähnenswert ist das Gebiet Erli – Cerisola, das geographisch gesehen gar nicht zum Val Pennavaire gehört, aber dennoch im Kletterführer vertreten ist. Die Kletterei dort ist gänzlich anders als im Rest des Tales, aber trotzdem einen Besuch wert, zumal das Gebiet noch nicht so stark frequentiert wird.
Zupacken
Die klassischen, super schönen Gebiete, wie Reunion, Erboristeria oder Emisfero sind immer schön und sie alle verbindet die typische Kletterei in Oltre Finale: steile Kletterei an gutem Fels mit ausreichend Griffen und dem ein oder anderen athletischen Zug. Plattenschleicherei such man hier vergebens. Es wird wieder nicht unser letzter Besuch an diesem schönen Fleck Erde gewesen sein und wenn es nur wegen dem Hauswein im Ristorante Da Dumme, unserem Stammlokal in Martinetto ist 😊
Wer mal einen entspannten Klettertag an bestem Tiroler Kalk mit toller Landschaft erleben möchte ist im Gebiet Bärenkopf über dem Achensee goldrichtig! Das Gebiet ist nach einem gemütlichen Zustieg durch einen Wald in 10 Minuten erreicht und bietet plattige, aber auch senkrechte Kletterei an oft guten Griffen und Löchern. Je weniger es davon gibt umso anspruchsvoller wird die Kletterei 😉 Durch die südöstliche Exponierung ist es bei extremer Hitze nicht zu empfehlen, wobei die Laub-Bäume aber durchaus Schatten spenden und man auch an sonnigen Tagen auf seine Kosten kommen kann. Die 15 Routen sollten einen zudem einen Tag lang beschäftigen können und danach kann sich im Achensee abgekühlt werden.
Samstag, Sonntag und Montag frei, das rief nach Josi-Wochenende! Samstag früh ging es bereits um 5:00 Uhr aus Innsbruck Richtung Oberland, ganz genau nach Obergurgl. Dort stand das Eiskögele (3233m) auf unserer To-Do und wir wollten hinten raus keinen Stress haben und entschieden uns daher für den early bird-Aufbruch. Am kostenlosen Parkplatz der Festkogelbahn angekommen, gingen wir südwärts, entlang der Piste und vorbei am Universitätszentrum in Richtung Snowpark. Von dort eröffnet sich schon der Blick auf das Eiskögele, links des mächtig wirkenden Hangerer, an dessen Ostflanke sich auch der Aufschwung in Richtung Hangererferner befindet.
Der mächtige Hangerer, im Hintergrund bereits das Eiskögele
Diesen mit einigen Spitzkehren überwunden, öffnete sich der breite Talkessel und der Blick auf das Ziel war wieder frei. Die Schneemengen dieses Winters ließen uns auch dieses Mal wieder staunen: Weiß soweit das Auge reichte und in Mengen, die man selten so sieht. Unser Vorteil, denn so war selbst der Gipfelanstieg auf das Eiskögele, nach dem steilen Schartenanstieg des Hochebenkamm, mit den Skiern machbar. Wir genossen den famosen Weitblick, erspähten einige mögliche Projekte für den nächsten Winter und machten uns an die Abfahrt, in Erwartung auf guten Firn. Die Gipfelabfahrt hatten wir uns bereits beim Anstieg ausgeguckt und konnten so eine noch unbefahrene Linie wählen, die perfekten Pulver bot.
Unten raus richtig Spaß haben
Jetzt sollte dann aber der Firn kommen… Aber es blieb beim Pulverschnee in den nordexponierten Hängen bis hinunter zum Hangerer. Erst am Osthang von diesem wurde der Schnee durchnässter, aber uns sollte es recht sein. Nach einer kurzen Stärkung an der Schönwiesalm ging es über das Skigebiet zurück zum Auto und von dort auf Schlafplatzsuche. Wir wurden im Ausgang des Ötztals fündig, machten noch ein Mittagsschläfchen und genossen die warmen Temperaturen und ließen so den Tag ausklingen.
Und Spaß im Gelände
Am nächsten Tag fuhren wir noch weiter talauswärts und es ging nach Haiming, wo wir am Rafting-Center parkten, um zur Geierwand zu gelangen und dort den Einstieg der Tour „Im Auge des Geiers“ aufsuchten. Zum Glück entschieden wir uns gegen das Longsleeve, denn es war sehr, sehr warm an diesem Tag. In der Wand ging aber ein angenehmes Lüftchen und so war es ertragbar. Die Tour bietet unten nette Längen, wird aber erst oben raus im steilen Bereich der Geierwand richtig schön.
Oft ein wenig unübersichtlich
Die vorletzte Plattenlänge ist etwas für Liebhaber, generell ist es aber schöne und abwechslungsreiche Kletterei an Löchern, die es irgendwie in die Wand geschafft haben. Nach dem Abseilen was in 4 Durchgängen mit 2x60m Halbseilen gut machbar ist, nächtigten wir gleich an Ort und Stelle, am nächsten Tag sollte es nämlich in das nicht weit entfernte Klettergebiet Starkenbach gehen.
Abseilen mit Gesellschaft
Dort kamen wir nach kurzer Verwirrung auf Grund der Wegbeschreibung an, da uns nicht klar war, wie man nach Imst und Landeck gleichzeitig abbiegen kann, wenn man doch genau zwischen beiden Ortschaften ist?! Die Lösung: Wenn man in Zams abfährt biegt man nach links – nach Imst – ab und nicht nach Landeck, was mit rechts die falsche Richtung wäre. Leider stimmte für diesen Tag der Wettbericht nicht, der hatte und nämlich Wolken versprochen, was in der südausgerichteten Wand von Vorteil gewesen wäre. Wir kletterten beide 2 Touren um dann zu entscheiden, dass es uns beiden einfach zu heiß ist, vor allem nach dem Tag davor, in dem wir ja auch schon in der prallen Sonne ausharrten. So fuhren wir etwas früher nach Innsbruck zurück, hatten beim Auspacken weniger Stress und konnten mit aufgefüllten Energietanks in die neue Woche starten 😊
Der mächtige Hangerer, im Hintergrund bereits das Eiskögele
Die Sonne schob sich langsam in das Rotmoostal
Der Aufschwung zum Hangerer
Das Ziel wieder im Blick
Gipfelglück
Kurz den Einfahrtsbereich suchen
Unten raus richtig Spaß haben
Also wir waren happy mit unserer Linienwahl (links)
Es ist und bleibt einfach ein großartiges Klettergebiet: Der Grottenwandweg an der nahe an Innsbruck gelegenen Martinswand. Nachdem wir vormittags noch einen Kurs für unsere Kletterinstruktorausbildung hatten, fuhren wir danach noch auf einen Sprung nach Zirl, um von dort Richtung Grottenwandweg über den Steinbruch zu starten. Das südausgerichtete Gebiet war für diesen Tag perfekt, da es trotz Sonnenschein, dank Wind nicht zu warm wurde. Zudem war es unser erster Tag am Felsen des Jahres 2019 und dafür waren die uns bereits bekannten Routen optimal. Gewöhnung ans Gerät halt 😉
Zusammen mit Steffi’s Familie ging es für ein paar Tage auf die schöne Tauplitz in der Steiermark. Dabei ging sich auch eine kurze Skitour auf den 1860m hohen Rosskogel aus. Von unserer Unterkunft – der Winklerhütte – aus, war es ein wenig ein Hatscher, aber bei absolutem Kaiserwetter hat es sich trotzdem bezahlt gemacht. Wir starteten früh, um keine Probleme mit den südausgerichteten Hängen zu bekommen, die den Rückweg über. rechts von uns thronten.
Der Steirersee
Wir überquerten ostwärts gehend den Steirer- und auch den Schwarzsee, die unter einen dicken Schneeschicht verschwunden waren. Auf höhe der ebenfalls tief eingeschneiten Leistalm gab es dann einen Richtungswechsel nach Süden und wir erreichten nach kurzem Anstieg den Gipfel des Rosskogels, der ein unglaubliches Panorama bietet. Nach kurzer Jause fuhren wir auf dem Rücken des Berges noch etwas gen Westen, um dann in den perfekt geneigten Nordhang einzufahren und staunten nicht schlecht, als wir dort noch Pulver fanden.
Es staubte gut für Ende März
Wieder ein Rosskogel, der uns mit Pulver für den Aufstieg belohnte. Der Rückweg wurde, dank der sehr warmen Temperaturen, im T-Shirt angetreten und an unserer Unterkunft wartete bereits der Rest der Familie. Gelungener Ausflug auf einen wirklich schönen Berg bei unerwartet noch schönerem Schnee.
Dieser Winter ist bei uns ja leider gekennzeichnet durch viel Arbeit, und genau deshalb wird jeder Moment in der Natur zu 100% genossen und am liebsten noch mit Freunden geteilt. Da Resl und Flo am Heimweg von Südtirol waren machten sie zu unserer Freude einen zweitägigen Zwischenstopp in Innsbruck, und das Wetter war zudem auch noch perfekt, was für ein Glück! Felix musste leider den ganzen Samstag auf der Uni verbringen. Steffi zeigte am Samstag den beiden, die immer wieder so schöne Karwendeltour. Immer wieder schön, dass es bei dieser Tour auch kein Auto benötigt, da alles mit Bus und Seilbahn absolviert werden kann.
Wie die letzten beiden Male ging es vom Hafelkar hinunter und dann nicht zur Mandelscharte, auf die die Mehrheit an Skitourern raufgeht, sondern zuerst auf den nördlich gelegenen Rücken und dann in Richtung Gleirschtaler Brandjoch. Von da wurden erneut die Ski auf Abfahrtsmodus gestellt und in Richtung Pfeishütte abgefahren. Wieder aufgefellt, ging es bei gefühlten Sommertemperaturen zum Stempeljoch. Nach einer ausgiebigen und gemütlichen Jause entschieden wir uns, noch ein paar Meter den Sommerweg zu folgen um dann die unverspurte Rinne mit bestem Schnee fahren zu können. Der letzte Hang in Richtung Issanger war wie immer das reinste Vergnügen und der Pulver rundetet diese ohnehin perfekte Tour noch gebührend ab. Wichtig war aufgrund der hohen Temperaturen allerdings, dass man nicht ganz in den Graben runter fuhr, da die Südhänge doch steil sind und die Tageszeit schon etwas fortgeschritten war. Wir konnten auch eine kleine Nassschneelawine beobachten. Da wir allerdings auf der Schattseite blieben, waren die Hänge auf der anderen Seite keine Gefahr. Die letzten Meter, die dann doch im Talboden rausgefahren werden müssen, sind nicht mehr tragisch, da die Hänge talauswärts immer flacher werden. Wir konnten das Halltal relativ weit mit den Ski raus fahren und so waren wir in nicht mal 30 Minuten Ski tragen bei der Bushaltestelle.
Zu Hause angekommen wurde schnell gekocht um dann noch am gleichen Tag in Richtung Achensee zu fahren.
Schlaf- und Parkplatz
Für Sonntag war der Vorderunnütz (2078m) geplant und wir wollten endlich mal wieder in unserer Josi schlafen. So parkten wir am rechten Rand gelegenen gebührenpflichtigen Parkplatz (ca. 2 km vor dem Ortsschild Steinberg) und genossen die sternenklare Nacht. Am Morgen waren wir alle etwas langsam und so kamen wir anstatt 08:00 Uhr erst um 09:00 Uhr vom Parkplatz los, was für diese Jahreszeit und vor der Zeitumstellung schon sehr bzw. zu spät ist. Die ersten Meter durch den Wald ging es dann gleich mal in angenehmer Steigung das Nordostkar immer weiter rauf. Eine bereits vor einigen Tagen abgegangene Lawine erschwerte das Aufsteigen dann gehörig und so kamen wir dann nicht mehr so zügig voran.
Auslauf des breiten Ostkars
Resl und Flo gingen voran und entschieden sich für den rechtesten „Gipfelhang“ der allerdings südöstlich ausgerichtet ist und somit schon sehr viel Sonne abgekommen hat. Resl zog sich die Schi aus, um die letzten steilen Meter des Hanges zu stapfen. In diesem Moment fuhren zwei Personen den Hang von oben rein (sie konnten Resl und Flo nicht sehen) und lösten eine kleine Nassschneelawine aus. Dieser dann doch immer größer werdende „Rutscher“ nahm zuerst Resl und dann auch noch Flo mit. Zum Glück war es in diesem Bereich relativ flach, die Lawine also sehr langsam. Resl und Flo kamen mit Glück aus den Schneemassen raus und konnten dann das Stehenbleiben der Lawine, vor dem Steilhang, beobachten.
Rechts der „Unglückshang“
Felix und ich standen am linken Rand des Hanges, da wir uns vorab schon für den nördlicher exponierteren Hang entschieden hatten. Wir waren beide allerdings schon auf das schlimmste gefasst und waren nur heilfroh, dass alles so glimpflich ausgegangen ist. Zu 4. und wieder halbwegs gesammelt entschieden wir uns noch schnell die letzten Meter auf den Rücken hochzugehen um dann recht zügig abzufahren, denn wir waren für diese Temperaturen einfach schon zu spät dran.
Unten querten wir dann noch in einen Nordhang rein, um einerseits den Lawinenkegel zu umfahren und um anderseits den gut gesetzten und konservierten nordseitigen Pulverschnee noch zu genießen. Flo und Felix haben diese kurze Abfahrtsvariante beim Hochgehen genau analysiert und ausgecheckt. Der Hang war super lohnend und nach dieser Schrecksekunde Balsam für die Seele.
Am Parkplatz angekommen gingen wir noch zum gegenüberliegenden Bach, kühlten uns ab, genossen den Kaffee und waren einfach nur froh, dass wir alle UNVERLETZT und HEIL im Tal angekommen sind. Am Ende war es einmal mehr eine Lehre, wie schnell es gehen kann. Nichtsdestotrotz war es ein tolles Wochenende mit Freunden und tollen Eindrücken.
Schon lange wollten wir mal eine Tour in einem Gebiet gehen, dass wir sonst nur aus dem Sommer vom Alpin-Klettern kennen: Dem Wilden Kaiser. Besonders einprägsam und auffällig öffnet sich dort das riesige Kar hoch zum Ellmauer Tor.
Da wir gerne wieder mit Resl, Flo und Tobi unterwegs sein wollten, bot sich das Ganze doppelt an, da es genau zwischen Salzburg und Innsbruck liegt. Felix war leider nicht zu 100% fit, probierte aber trotzdem mitzukommen, umdrehen kann man schließlich immer. Am großen Parkplatz der Wochenbrunner Alm (1085m) geht es gleich mal nordwärts in Richtung der nicht zu verfehlenden Mulde. Da meistens auch viel los ist, dürfte die Wegfindung selten ein Problem sein und auch wir gingen ohne viel Wegfindungspausen los.
Gscheiter Bua, da gehts auffi 🙂
Die 920 Höhenmeter werden in ziemlich identischer Steigung bewältigt, bieten landschaftlich aber viel. Der Anstieg bis zur Scharte kommt ohne nennenswerte Schlüsselstelle aus, man sollte die Hänge links und rechts aber im Hinterkopf haben. Wer will kann von der Scharte des Ellmauer Tors (2006m) noch auf den Hinteren Goinger Halt (2217m) gehen, wir beließen es aber bei dem Aufstieg bis zu Scharte, auch da Felix mehr und mehr merkte, dass er nicht ganz bei Kräften ist.
Abfahrt vor felsiger Kulisse
Die Abfahrt entlohnte die Anstrengung bei nicht vollkommener Fitness mit erstaunlich gutem Schnee im oberen Teil, obwohl die Tour und der Hang permanent der Sonne ausgesetzt sind. Unten wurde er dann zwar langsam und schwer, aber bis dahin hatten alle ihre „Gaudi“. Gut war, dass wir so „früh“ am Weg waren, die Sonne verabschiedete sich nach unserer Ankunft am Auto bereits hinter einigen Wolkenfeldern. Zusammengefasst: Schöne, einfache Skitour mit tollen Skihängen!
Felix musste leider arbeiten und so machte sich Steffi, alleine mit Franzi und Michi auf den Weg nach Trins um die Kesselspitze (2728m) zu besteigen.
Schon bei der Serlesbesteigung, letztes Jahr, haben wir ein Auge auf diese Spitze geworfen und zu Recht.
Es sind zwar knapp 1500 Höhenmeter aufzusteigen, das Gelände ist aber ideal und so geht es ziemlich zügig voran. Am Anfang noch etwas flacher um schön den Motor zum laufen zu bringen, geht es dann die letzten, ungefähr 800 Höhenmeter etwas steiler bis zum Gipfel.
Beim Aufstieg
Gute Spitzenkehrentechnik ist unabdingbar, ansonsten gibt es aber keine Schwierigkeiten. Es sei aber vielleicht erwähnt, dass der untere Teil heute super easy gegangen ist, da es diesen Winter einfach viel Schnee hat und hier normalerweise Latschen sind, die normalerweise vermutlich die Aufstiegsspur etwas begrenzen.
Der starke Wind ließ uns dann doch, trotz wärmender Sonnenstrahlen wieder Jacke und Mütze anziehen. Wir waren dennoch noch guter Dinge, dass dieser gigantische einladende Skihang (30-40 Grad steil) heute ein super Firnerlebnis werden wird.
Der „Schlund“
Am Gipfel angekommen hat sich der Wind dann etwas beruhigt, dafür waren aber auch einige Wolken am Himmel, welche der Sonne die nötig Strahlkraft nahmen.
Naja, dennoch der Ausblick von der Kesselspitze war gigantisch, egal ob in Richtung Norden oder Süden, oder sonst wohin, von da oben hat man einfach einen atemberaubenden Überblick über Nord-und Südtirols Bergkulisse.
Die Abfahrt war dann aufgrund zu viel Wind und zu wenig Sonne geprägt von, flachem Licht und NICHT-Firn 🙂 Dennoch machte die Abfahrt auf pistenähnlichen Verhältnissen richtig Spaß, der Hang ist einfach GENIAL.
Lächeln bei der Abfahrt
Super Skitour, welche uneingeschränkt empfohlen werden kann, daher vermutlich auch schon sehr beliebt und dementsprechend viel Betrieb, was dem schönen Bergerlebnis aber keinen Abbruch tat. Die Ausrichtung der Hänge (Süd-Ost) lässt nebenbei auch noch ordentlich Sonne tanken.
Eins ist sicher, diese Tour wird irgendwann, entweder bei Pulver oder Firn nochmals gemacht 🙂
Die letzten zwei Wochenende standen ganz im Zeichen „Schöne Zeit mit guten Freunden“ und so ging es einmal nach Taxenbach und einmal nach Saalbach um entspannende und lustige Stunden mit unseren Salzburger Freunden zu verbringen.
Traumbedingungen am Hochkogel
4 Tage, 4 Skitouren, 1 Sonnentag, super Schnee und einige Spiele später können wir zufrieden und glücklich auf die letzten beiden Wochenenden zurückschauen.
Anthaupten (1924m), Hausberg (ohne Gipfel) und 2x Hochkogel (2249m) hießen die bestiegenen Berge und jeder hatte für sich seinen eigenen Reiz. Am Anthaupten überraschte der oben super konservierte Schnee und am Hausberg in Taxenbach wurden wir überhaupt mit super Neuschnee belohnt. Der Hochkogel bot mal wieder neue Erfahrungswerte: Waren die Bedingungen am Samstag bei Sonnenschein noch durchwegs perfekt, waren sie nach nur einer Nacht und starker Windeinwirkung am Tag darauf schon deutlich schlechter und von unseren Spuren vom Vortag nichts mehr zu sehen. Die Massen an Schnee die es im Jänner generell in dieser Region runter gelassen hat, haben ihre Spuren gelassen und so kann derzeit überall gefahren werden, selbst die Bäche sind eingeschneit und befahrbar, einfach unglaublich und gleichzeitig so schön. Danke an unsere Freunde für die Gastfreundschaft und bis bald 😉
Wahnsinns Schnee, aber noch keine richtige Skitour, im Jahr 2019 in den Beinen, das darf es eigentlich gar nicht geben! Wir nutzten mal wieder unsere flexiblen Arbeitszeiten und saßen um 07:00 Uhr, mit Blick auf den „Super-Mond“, im Auto, um kurz vor 8.00 Uhr, bei -13°C, in Richtung Mittergrat im Sellrain zu starten.
Das Sellrain erwacht
Die Tour wurde aufgrund ihrer Kürze von nicht mal 800 Hm und ihrer „Unbekanntheit“ gewählt. Zu unserem Erstaunen waren tatsächlich keine Aufstiegspuren vorhanden und so machten wir uns bei eisiger Kälte, da die Sonne vorerst nur die Berggipfel rundherum kitzelte, auf den Weg. Es ging gleich mal einen bis zu 40 Grad steilen Hang mit vielen Spitzkehren hinauf – Spitzkehrentraining: Check 😊
Der Wind, der uns am Anfang noch begleitete, verschwand auch relativ schnell und so wurde uns dann doch gleich mal ziemlich warm. Spätestens als dann auch uns die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht streichelten konnten wir nicht anders, als einfach zu genießen.
Genießen!
So spurten wir bei Sonnenschein, tiefblauem Himmel, kompletter Stille und ganz allein, den unverspurten Hang (30-40 Grad) bis zum Mittergrat auf 2420m hoch. Nach einer kurzen Tragepassage ging es wieder mit den Ski an den Beinen bis zum letzten Aufschwung, der über Blockgelände zu bewältigen war. Hier sind Trittsicherheit und Konzentration gefragt, aber ansonsten ist es gut machbar.
Nach kurzer Gipfelpause ohne Gipfelkreuz ging es etwas östlicher als die Aufstiegsspur, direkt vom Gipfel wieder in den Äußeren Hirscheben, um dann zu den letzten Hängen, die zum Auto führten, zu queren.
Feinster Pulver
Die Schneebedingungen waren einerseits lawinentechnisch und andererseits abfahrtstechnisch top. Die Tour ist von oben bis unten gekennzeichnet durch genialste Abfahrtsmeter, kein einziger Höhenmeter wird daher umsonst hochgestiegen. Unsererseits kann die Tour uneingeschränkt empfohlen werden, wobei die Lawinensituation natürlich passen muss.
Um 14:00 Uhr saßen wir dann beide, mit roten Backen, einem Grinser und totaler Gelassenheit in der Arbeit – was für ein gelungener Tag – DANKE Innsbruck 😊