Adventures von Steffi und Felix

Willkommen auf dem Blog von Steffi und Felix. Wir leben in Innsbruck und sind öfters in der wunderschönen Region rund um Tirol unterwegs. Wir lieben den (Berg-)Sport und nutzen den Blog um immer mal wieder über Touren, Reisen oder Erlebnisse zu berichten.

  • Auf den alpinen Spuren des 1. Weltkrieges

    Vor fünf Jahren sind Resl und Steffi den GR20 in Korsika gegangen. „Qual“ und „Schmerz“ sind längst vergessen… da muss wohl mal wieder ein Weitwanderweg her 😊 Zeit als limitierender Faktor brachte dann die Idee, einen Teil des „Dolomiti senza confini“ gemeinsam zu gehen. Damit kein Auto gestellt werden musste entschieden wir uns für den gleichen Anfangs- und Endpunkt: das Refugio Lunelli.

    Da wir im August unterwegs waren, die Hütten daher sehr voll sind und wir zudem generell liebend gerne draußen schlafen, beschlossen wir auch dieses Mal, das gesamte Equipment von Schlafsack bis Kochzeug und ausreichend Lebensmittel mitzunehmen und zu tragen. Auch wenn wir sehr sparsam packten, hatten unsere Rucksäcke in etwa 15 Kilo, was sich bei einem Klettersteig dann doch ziemlich anhängt, aber alles der Reihe nach 😊

    Wir trafen uns am Samstag am Abend in Sexten, um bei gutem Südtiroler Essen die Route nochmals gemeinsam zu planen und abzusprechen. Anschließend ging es weiter in Richtung Auronzo, wo es dann etwas davor hinauf zum Refugio Lunelli ging. Hier parkten wir am rechten Parkplatz und verbrachten die Nacht in der Josi.

    Tag 1:

    Am nächsten Tag starteten wir um 07:30 Uhr, da die erste Etappe mitunter die Längste und Anstrengendste sein sollte. Kurz vor dem Refugio Berti ging es dann in Richtung Felswand, wo der Klettersteig dann auch schon begann.

    SenzaConfini-2
    Bei der Abzweigung kurz unter der Berti Hütte.

    Wir mussten uns erstmal an das Gewicht am Rücken gewöhnen, da der Schwerpunkt beim „klettern“, sich dann doch etwas anders als sonst verhielt. Bald hatten wir das aber auch heraußen und somit stand einem klettersteigintensiven Tag mit teils mühsamen Abstiegen nichts mehr im Weg. Die einzigartige Dolomitenlandschaft war allerdings eine gute Ablenkung und so erreichten wir nach etwa 8 Stunden das Refugio Carducci. Der Blick nach Auronzo trübte unsere Stimmung etwas, da außer schwarz nichts zu sehen war.

    SenzaConfini-7
    Das Wetter in Auronzo war nicht so prickelnd.

    Nach langem hin und her und schlussendlich deutlicher Besserung der Wetterlage beschlossen wir dann draußen am „Hüttensee“ zu schlafen. Zuvor ging es allerdings noch in den durchaus warmen See zum Baden. Das Badevergnügen teilten wir mit 2 sympathischen Kölner Jungs – schönen Gruß nach NRW an dieser Stelle – welche wir zuvor bei der Routenplanung etwas unterstützten.

    Nach „gutem“ Travelfood und einem hervorragenden Rotwein ging es dann ab ins „Bett“, welches trotz Wetterleuchten rund herum zum Glück die ganze Nacht über trocken blieb.

    Tag 2:

    Mehr oder weniger gut erholt starteten wir um ca. 07:45 Uhr in Richtung Bivacco De Toni. Am Anfang waren wir noch etwas verwirrt, da beim Refugio stand, dass der Weg gesperrt sei. Es stellte sich allerdings heraus, dass der ursprüngliche Weg seit 2015 aufgrund von Murenabgängen gesperrt ist und es daher einen neuen Klettersteig gibt, der einwandfrei zu bewältigen ist (vorausgesetzt, man bringt die Fähigkeiten für einen Klettersteig mit sich). Nur der Schluss, kurz bevor man in das Schotterfeld vor dem Bivacco De Toni kommt, ist es etwas mühsam und die Seilversicherungen etwas „schwächer“, was das Ganze etwas anstrengender machte und auch die Steinschlaggefahr durch vorherige Gruppen etwas erhöhte (zum Glück waren wir die Ersten). Ansonsten ist aber auch dieser Klettersteig mit seiner Kriechschlüsselstelle sehr lohnend.

    SenzaConfini-10
    Am Bivaco de Toni.

    Am Bivacco De Toni machten wir dann erstmal eine Pause und genossen das schöne Wetter und den tollen Ausblick. Weiter ging es dann unterhalb des Zwölfermassives, vorbei über ein kleines Schneefeld um dann dem logischen Weg, mal auf dem Rücken mal in der Flanke, bis zur beschilderten Abzweigung zum Alpini Steig zu folgen. Alte Steinstufen und Stollen aus dem ersten Weltkrieg machten diesen Steig zu einem Freilichtmuseum und er ist es auf jeden Fall Wert begangen zu werden (Für geübte und trittsichere Wanderer auch gut ohne Klettersteigset möglich).

    SenzaConfini-11
    Alpini Steig. Treppen und Stollen sind noch gut erhalten.

    Auf der Bülleljochhütte genossen wir dann erstmal einen Espresso. Weiter ging es dann mit den zwei Jungs Chris und Raphi zur Drei Zinnen Hütte, da die Bülleljochhütte keinen Schlafplatz für die Jungs mehr hatte. An der Drei Zinnen Hütte angekommen, hatten wir erstmal einen ordentlich „Kulturschock“, August und Dolomiten bietet halt doch nicht die einsame Idylle. Nach kurzem Donnern und etwas Regen machten sich die Jungs auf den Weg zum Refugio Lavaredo und wir genossen noch den italienischen Weißwein mit netter Gesellschaft aus dem Lungau. Es schien, als wäre das Wetter vorbeigezogen und somit gingen wir runter zu den Seen um unserer Körperpflege nachzukommen und einen schönen Schlafplatz zu sichern. So müde wie wir waren, wollten wir ganz bald schlafen gehen, aber das wurde leider nichts, denn die Nebelfelder zogen immer mehr herein und in der Ferne blitzte es auch schon ordentlich. Wir entschieden uns daher wieder rauf zu Hütte zu gehen und ganz in der Nähe zu schlafen, damit wir bei Regen und Gewitter schnell flüchten können. Es fing dann auch schon bald zu regnen an, was aufgrund unserer Biwaksäcke kein großes Problem darstellte, das Blitzen und Donnern zur fast gleichen Zeit ließ uns dann aber doch bei der Hütte Schutz suchen.

    Tag 3:

    Nach einer eher durchwachsenen Nacht gönnten wir uns noch einen Kaffee bis wir uns pünktlich um 08:00 Uhr mit Raphi und Chris trafen, um ohne Gepäck und bei tiefblauem Himmel zum Toblinger Knoten aufzubrechen. Ohne Gepäck hieß auch ohne Beschreibung und so gingen wir bereits im Aufstieg den gedachten Abstieg, was aber an der bombastischen Aussicht am Gipfel nichts änderte. Zurück bei der Hütte, schulterten wir das Gepäck wieder und wir gingen (mit kurzem Umweg, es war der Tag des Verlaufens 😊) zum Paternstollen, welcher uns zum Einstieg des Klettersteigs zum Paternkofel führte. Der Stollen ist irrsinnig beindruckend und zwingt einem gleichzeitig zum Nachdenken, was vor 100 Jahren hier geschehen ist. Der Paternkofel ist total überlaufen, dennoch lohnend, aber wir schauten, dass wir relativ zügig wieder in Richtung Bülleljochhütte weitergingen, um von dort gestärkt mit Espresso zur Zigmondyhütte abzusteigen.

    SenzaConfini-20
    Die 3 Zinnen vom Paternkofel.

    Die letzten Meter zur Hütte bekamen wir ein paar Regentropfen ab. Bei der Hütte angekommen genossen wir, dass das Gewitter uns jetzt nichts mehr anhaben konnte und tranken erstmal einen Wein. Der Nachmittag gestaltete sich als sehr gemütlich, neben Chris und Raphi war auch eine weitere Gruppe aus Deutschland, welche sich seit Anfang den Weg mit uns teilte, auf der Hütte und trugen zu guter Gesellschaft bei. Nach gutem Hüttenessen, schmackhaften Wein und lustigen Gesprächen ging es für uns zwei dann zum Schlafplatz, den wir in etwa 300 Meter neben der Hütte bereits ausgecheckt hatten.

    SenzaConfini-22
    Schlafplatz in der Nähe von der Zigmondyhütte.

    Ein erneutes Wetterleuchten und viele Nebelschwaden ließen Steffi auch diese Nacht nur wenig schlafen, Resl hingegen konnte zum Glück etwas Schlaf nachholen.

    Tag 4:

    Auch diese Etappe wurde gemeinsam mit Raphi und Chris absolviert. Der Alpini Steig führte uns unschwierig durch die massive Wand, wo man sich von der Ferne nicht vorstellen konnte, dass dort ein so leicht zu begehender Steig durchführt. Landschaftlich erneut wunderschön und auch wieder deutlich ruhiger als am Vortag, erreichten wir bereits um 10:00 Uhr die Elferscharte. Der Blick zur Rudihütte und ein Blick auf die Karte ließen uns unsere Pläne verwerfen. Wir entschieden daher bereits an diesem Tag in Richtung Rotwandklettersteig zu gehen und folglich auch ins Tal abzusteigen. Bei der Sentinellascharte, wo es zur Rotwand geht, beschlossen wir aufgrund einiger bereits aufziehenden schwarzen Wolken, den Klettersteig sein zu lassen und gleich durch das Schotterkar zur Bertihütte abzusteigen. Der Abstieg war trotz mittlerweile viel leichterem Gepäck sehr mühsam und wir waren schlussendlich alle happy, als wir gesund und im Trockenen bei Radler und Essen im Refugio Lunelli saßen.

    Hier trennten sich nun auch die Wege von den Jungs.

    Alles in allem kann diese Rundtour mehr als empfohlen werden. Am besten geht man sie aber wahrscheinlich im Herbst, wenn alle Schneefelder schon weg sind und trotzdem keine Massen an Touristen mehr die Berghütten erklimmen wollen. Sollte man nur im Sommer Zeit haben, empfiehlt es sich, die Hütten davor zu reservieren oder wie wir es gemacht haben, einfach sein Zeug selber mitzunehmen 😊 Schlafmöglichkeiten gibt es ausreichend, auch während den Etappen sind immer mal wieder sehr gute Unterschlupfmöglichkeiten zu finden. Plant man es allerdings so, dass man immer in der Nähe von den Hütten schläft, kann man sich das Schleppen der Lebensmittel ersparen, Schlafplätze neben den Hütten gibt es ausreichend. Bis auf die Bülleljochhütte, haben auch alle Hütte Trinkwasser.

    Die geplante Kletterei danach mussten wir leider aufgrund vom schlechten Wetter absagen (zum Glück sind wir so bald gestartet und hatten bei den Klettersteigen echt super Glück mit dem Wetter) und so gingen wir nur noch am Donnerstag im Militärklettergarten beim Dürrensee ganz kurz Sportklettern.

    Auch dem Pragser Wildsee statteten wir noch einen Besuch ab, um in der Nähe einen schönen letzten Schlafplatz für die Josi zu finden.

    SenzaConfini-25
    Pragser Wildsee-einen Besuch wert.

    Aber auch hier kann gesagt werden, besucht die Gegend lieber wenn der Schnee noch auf den Bergen liegt denn mit den Touristenmassen macht es echt schon fast keinen Spaß mehr.

    Wir haben allerdings die gemeinsamen Tage sehr genossen und konnten uns mal wieder in aller Ruhe ausgelassen unterhalten. Mei war des mal wieder nett…so vü schian 😊

    Danke Dir Resl fürs Fotografieren!

     

  • Hohe Munde-hohe Erwartung

    Da Felix das Wochenende mal wieder arbeiten musste, nutzte Steffi die Gelegenheit, um mal wieder mit einer Freundin wandern zu gehen. Wir brauchten nicht lange, dass wir uns für die Hohe Munde entschieden hatten. Sarah schlug sie vor und Steffi war sofort begeistert, denn für den Winter steht dieser Berg schon lange auf der Bucketliste und somit konnte er zumindest mal im Sommer bestiegen werden.

    Um kurz nach 09:00 Uhr starteten wir bei der Buchner Höhe. Gemütlich ging es über einen wunderschönen Waldweg die ersten Meter bis zur Rauthhütte. Ab da ging es dann ungeschützt von der Sonne immer weiter steil, teilweise braucht es etwas die Hände, bergauf. Da wir uns so viel zu erzählen hatten, verging der Aufstieg sehr schnell und wir erreichen um 11:45 Uhr den Ostgipfel. Nun ging es leicht bergab um dann unschwierig den letzten Aufschwung zum Westgipfel zu meistern. 30 Minuten später saßen wir dann mit einer Traumaussicht auf der Hohen Munde und blickten zufrieden in das Inntal und in das Mieminger Massiv. In Richtung Oberland konnten wir allerdings gar nicht soweit schauen, da der Himmel sich immer mehr verdunkelte.

    Gestärkt ging es dann wieder abwärts bis zur Rauthhütte, um endlich den heißersehnten Radler zu genießen.

    Im Tal war es dann ganz schön heiß und auch von den Wolken haben wir nicht mehr allzu viel gesehen. Umso besser, dass wir am Berg waren und es eine angenehme Temperatur hatte. Dank der doch gar nicht so kurzen Tour, konnten sich Sarah und Steffi wiedermal richtig gut austauschen und hatten einen wunderschönen gemeinsamen Tag.

    Die Erwartungen an die Hohe Munde wurden somit, zumindest im Sommer, erfüllt.

  • Im Schatten der Dolomiten

    Lange hatten wir bereits vor unseren neuen Südtiroler Kletterführer einzuweihen und endlich ergab sich die Möglichkeit. Nach einem halben Tag Arbeiten ging es am Vormittag über den Brenner bis nach Vahrn bei Brixen – ins Ötztal fährt man auch nicht viel kürzer…Dort machten wir uns auf den 30-minütigen Zustieg in das recht neue Klettergebiet Spiluck. Der Weg ist im Führer gut beschrieben und oben angekommen genossen wir zuerst einmal das Ambiente, bis sich die Sonne aus dem ostausgerichteten Gebiet endgültig verabschiedet hatte.

    Spiluck-8
    Das Ambiente der Dolomiten im Rücken

    Die Kletterei ist überwiegend leicht überhängende Wandkletterei an Granit und Gneis und ist noch herrlich unberührt. In Routen ohne Ticks musste man ganz schön nach den Griffen suchen! Hier und da löste sich noch ein Stein, was auch der „Frische“ des Klettergartens zuzuschreiben ist. Wir blieben den Tag über alleine im Klettergebiet und genossen die angenehme Kühle im Schatten auf 1670m und rundeten den Tag mit einer super Pizza in der Villa Albergo ab.

    La Dolce Vita!

     

     

  • Für Enno!

    Am Freitagabend ging es nach der Arbeit relativ spät in Richtung Griesneralm um dort am Parkplatz zu schlafen. Bei der Ankunft genossen wir die schöne Abendstimmung und beschlossen auf Empfehlung von einem Freund die „Via Classica“ zu gehen. An diesem Abend überkam uns dann die traurige Nachricht, dass Felix Opa von uns gegangen ist und somit beschlossen wir die Tour am nächsten Tag Enno zu widmen.

    WilderKaiser-7

    Am Samstag klingelte bereits um 5.00 Uhr der Wecker, wir wollten bald los, da die Tour ja doch sehr beliebt ist. Nach gemütlichem Frühstück und Kletterzeugs sortieren (dafür hatten wir am Vorabend keine Energie mehr) gingen wir dann um 6.25 Uhr in Richtung Einstieg. Man folgt dem Weg zum Stripsenjochhaus vorbei an der Abzweigung zur Fritz Pflaum Hütte und noch weiter bis man kurz vorm letzten Aufschwung zum Stripsenjochhaus links die Wand der Fleischbank bereits erkennen kann. Hier folgt man dann kleinen Steigspuren bis zum Wandfuß.

    Beim Einsteigen in die Tour kam bereits eine zweite Seilschaft und dann auch gleich eine dritte und so weiter. In Summe waren wir mindestens 5 Seilschaften, wir waren allerdings die ersten, das frühe Aufstehen hat sich also belohnt gemacht. Die 2 Jungs hinter uns waren allerdings super nett und wir verbrachten einen echt tollen Tag miteinander. Schönen Gruß an Sepp und Schorsch an der Stelle 😉

    WilderKaiser-15
    Steffi im Beginn der 9. Seillänge

    Die 15 Seillängen sind durchwegs wunderschön und sehr lohnend, die Absicherung ist gut und wenn man über dem Grad steht, braucht es eigentlich fast keine mobilen Sicherungsgeräte. Die Kombination aus dem Topo vom Panico Führer „Wilder Kaiser“ sowie das Topo von bergsteigen.com hat sich super bewährt.

     

    WilderKaiser-9
    Die letzte Länge im Vorstieg

    Nach 5 Stunden schöner Kletterei, netter Begleitung und etwas Regen kamen wir am Ende der Kletterpassagen glücklich an. Eine kurze Stärkung musste sein, um dann anschließend die letzten 200-250 hm in teilweise leichter Kletterei (Absicherung ist nicht mehr notwendig, der letzte Aufschwung zum Gipfel benötigt allerdings nochmal eine gute Konzentration) noch problemlos zu meistern.

    WilderKaiser-14
    Der Gipfel der Fleischbank (2186m)

    Traum Wetter, Traum Kulisse laden zu einer ausgedehnten Gipfeljause und Gipfelbucheintrag in Gedenken an Enno ein, bevor wir dann auf 14.30 Uhr die Abstieg angehen. Der Abstieg ist gut markiert und die Abseilstellen kann man auch nicht übersehen. Am besten man seilt immer mit 60 Meter Doppelseil ab, dann kommt man im gesamten mit drei Abseilern sicher am Wanderweg an. Von dort geht es dann schnell über ein Schotterfeld runter um dann etwas langsamer den Steig, der teilweise versichert, aber nicht schwer ist, bis zum Wanderweg zu folgen.

    Enno
    Widmung

    Um kurz nach 17:00 Uhr erfreuen wir uns dann bereits am gekühlten Radler in der Griesneralm.

    Alles in allem sind wir gut kaputt, da es doch ein sehr langer Tag war, aber gleichzeitig auch super happy, da alles reibungslos verlaufen ist und wir die Kletterei somit sehr genießen konnten. Besser hätte wohl der Einstieg in den Wilden Kaiser nicht laufen können. Zudem hat die Tour auch super zur generellen Orientierung in diesem Gebiet geholfen. Empfehlenswert ist allerding, bald in der Früh zu starten, da die Via Classica gerne und viel begangen ist.

    Den Sonntag verbrachten wir dann noch im Klettergarten Adolari ganz in der Nähe des Wilden Kaisers bei der Ortschaft Waidring. Ein alter Klettergarten, mit vielen Routen und manchmal etwas unübersichtlicher Routenführung. Die steile Wandkletterei entlohnt aber für die manchmal mühsame Wegfindung 😊

    WilderKaiser-12
    „Die Kante“ im Klettergarten Adolari
  • Lernen auf Hochtouren

    Es ist nie falsch neue Erfahrungen zu machen und sich „weiterzubilden“. Da wir mit dem Thema Hochtouren bisher kaum Berührungspunkte hatten, entschieden wir uns für einen Hochtourenkurs beim Alpenverein Innsbruck. Witziger Weise meldeten sich 3 Freunde unabhängig von uns auch für diesen Kurs wodurch wir 12% der Kursteilnehmer ausmachten 🙂

    Hochtourenkurs-4
    Aufstieg zum Linken Fernerkogel

    Am Freitag ging es auf die Braunschweiger Hütte im Pitztal, die für die nächsten Tage unsere Homebase wurde. Der Samstag wurde für einen Stationsbetrieb genutzt, bei dem viele gletscherrelevante Themen wie die Selbstbergung aus einer Gletscherspalte mittels Münchhausentechnik, über Steigeisentechnik, bis hin zur Sicherung einer Seilschaft mittels totem Mann oder Sitzpickel besprochen und geübt wurden.

    Hochtourenkurs-2
    Felix beim üben der Münchhausentechnik

    Der linke Fernerkogel auf 3277m war unser Tourenziel am Sonntag, wo die am Vortag besprochenen und gelernten Techniken nochmals geübt werden konnten und mit simuliertem Spaltensturz auch nochmal richtig Laune machten 🙂 Die Organisation über den Alpenverein Innsbruck war Spitze und wir können den Kurs nur jedem empfehlen, der sich – egal ob im Sommer oder im Winter – auf einem Gletscher bewegen möchte, ans Herz legen.

    Hochtourenkurs-7
    Gipfelfoto

     

  • Wochenenderfahrung

    Endlich war es soweit uns so schafften wir es am 16. und 17. Juni in das Wochenendhaus von Felix’s Bruder in St.Veit im Pongau. Wunderschöne, einsame Lage neben sternenklaren Nächten gab es auch eine Traumkulisse untertags – und zum Glück gibt’s auch einiges zum Klettern.

    Wir folgten dem Tipp von einem Freund und machten uns am Samstag auf den Weg zur Torsäule um die Tour Geissenpeter zu klettern. Leider fanden wir die Linie nicht sofort und die Temperaturen waren auch so gar nicht auf unserer Seite. Zudem hatten wir etwas Stress hinten raus und so brachen wir mit klammen Fingern und fröstendeln Knien die Tour ab und stiegen die 800 Höhenmeter zu unserer Josi wieder ab. Im Tal war es wieder fast zu warm, an der Wand durch Nebel und Wind, sowie die verdeckte Sonne leider nicht. Wir waren an diesem Tag aber nicht die einzigen die der Kälte nicht standhalten konnten.

    Als Tipp in dem Fall von uns: Unterschätzt die Höhe nicht und nehmt ausreichend an Gewand und Kopfbedeckung mit, selbst an einem heißen Sommertag.  Die Schnee-und Nebelfelder halten sich anscheinend da hinten öfters mal etwas länger. Aber so waren wir mal wieder um eine Erfahrung reicher 🙂

    Nach einem schönen Abend mit felix‘ Neffen und guter Unterhaltung mit Bruder und Schwägerin sowie zwei Freunden die zu Besuch kamen, machten wir uns am nächsten Tag auf nach Deutschland zu Felix’s Eltern. Davor gingen wir allerdings noch, gemeinsam mit Flo und Resl, für einen kurzen Abstecher in das durchaus sehr lohnende Klettergebiet bei Schwarzach/St. Veit.

    Die paar wenigen Klettermeter taten Körper und Seele nach den letzten beruflich sehr stressigen Zeiten mehr als gut und so ging es vergnügt nach Deutschland. Da konnte uns selbst der Stau keine schlechte Laune machen, das 0:1 gegen Mexiko dann aber vielleicht doch 🙂

  • Sonnenstraße

    Pfingstwochenende, viel zu tun, dennoch der Drang endlich mal eine Mehrseillänge zu gehen. Südtirol wird aufgrund des vermeintlich hohen Verkehrsaufkommen bei der Heimreise verschoben und somit wird die schon seit 2 Jahren geplante Route „Strada del Sole“ in Nösslach in Angriff genommen. Neben uns waren noch zwei weitere Seilschaften in der Tour, was aber nicht weiter schlimm war. Es hatte allerdings zur Folge, dass Steffi sich verplapperte und somit ihren Karabiner hängen ließ…

    Strada del Sole, jetzt wissen wir auch, warum sie so beliebt ist! Eine Seillänge ist schöner als die andere und wir kamen aus dem schwärmen gar nicht mehr heraus. Einfach purer Genuss.
    Was erwartet euch in dieser Tour?

    Strada_del_Sole-1
    Steffi in der Schlüsselseillänge

    1.Seillänge: Wunderschöne homogene Plattentour mit super Schuppen und spaßigen Körperpositionierungen. Super schön, lang und man kommt so richtig ins klettern.
    2.Seillänge: Die Schlüsselseillänge. Sie ist super abgesichert und man könnte sich über die Schlüsselstelle drüberziehen, es zahlt sich aber auf alle Fälle aus, alle Züge zu klettern. Kleine Leisten, versteckte, aber gute Tritte und Züge, die sich dann immer gut auflösen und einfach nur Spaß machen.
    3.Seillänge: Die Plattenpassage unten benötigt gute Fußtechnik und genaues Klettern. Oben raus, dann das Highlight dieser Seillänge: Schuppen, die einfach unglaublich sind und einem ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubern.
    4.Seillänge: Ebenso abwechslungsreiche Kletterei mit „henkeliger“ Querung und jeder Menge Spaßgarantie. Es empfiehlt sich den zweiten Stand (nach der Gehpassage) zu nehmen.
    5.Seillänge: Überhang und so steil in einer 6er Route-puh wie soll das gehen? Klettert sie selber, dann werdet ihr es sehen, aber eins ist sicher, es kommen gute Griffe. Obwohl diese SL relativ kurz ist, ein weiters Highlight dieses Tages.
    6.Seillänge: Nochmal etwas schwieriger und man muss die Tritte schon gut wählen, aber auch hier Schuppen ohne Ende und Genuss pur.
    7.Seillänge: Die letzte Seillänge ist ganz ok, hat ein paar wirklich schöne Züge, aber auch viel flaches, grasiges Gelände, dennoch ist auch diese Seillänge keineswegs schlecht.

    Strada_del_Sole-8
    „Gipfel“foto

    Also was bleibt uns noch weiter zu sagen, außer: rein ins Auto auf nach Nösslach und eine genussvolle spaßige Kletterei wird euch erwarten. Wir werden diese Tour bestimmt wieder einmal gehen, denn es war SUPERB!

  • Wie versprochen hier noch unser Videobeitrag zu unserem Projekt auf dem Klobenjoch. Wir haben viel Zeit in das Video investiert und hoffe, dass es euch gefällt und vielleicht die/den eine/einen oder andere/anderen zur Nachahmung anregt 😉 Es hat super viel Spaß gemacht und es waren tolle Tage über dem Achensee. Viel Spaß beim anschauen 🙂

  • Istrische Rundtour

    Die Skitourensaison neigt sich nach diesem genialen Winter dem Ende und wir nutzten ein paar freie Tage für einen kurzen Rund-Trip mit Josi durch Südtirol, Slowenien, Kroatien und Kärnten. Dabei erwischten wir von Schnee, über Hagel, Regen und Sonnenschein so gut wie jedes Wetter und hatten eine großartige Zeit, die wir vornehmlich mit Klettern verbrachten.

    Urlaub-19
    Klettern über dem „Dürrensee“

    In Südtirol hielten wir uns zunächst in der Nähe des Dürren-Sees auf, einem schönen Fleck Erde mit super Klettermöglichkeiten. Besonders hervorzuheben ist dabei das Gebiet direkt über dem „Lago di Landro“. Zum einen ist die Aussicht fantastisch und zum anderen ist die Kletterei an der löchrigen Wand super. Es kommt recht spät die Sonne in das Gebiet, weshalb die Wand nach Regenfällen etwas Zeit zum Trocknen benötigt.

    Von Südtirol ging es für uns weiter in die Nähe von Udine, wo abermals schöne Kletterei und angenehme Gesellschaft in Form von Steffis Bruder und seiner Familie auf uns wartete. Die Gegend um Udine bietet viele Möglichkeiten zum Wildcampen und besitzt auch einige besondere Klettergebiete. Sehr gut gefallen hat uns der Klettergarten Braulins, in dem man oberhalb einer kleinen Kapelle klettert.

    Urlaub-76
    Klettern über der Kapelle in „Braulins“

    Es folgte ein erster kurzer Zwischenstopp in Slowenien, der wetterbedingt leider ohne klettern in Osp stattfand, aber wenigstens ein paar Routen im Gebiet Crni Kal zuließ.

    Wir folgten dem guten Wetter und so ging es für uns kurz hinter die slowenisch-kroatische Grenze nach Buzet, wo wir einige schöne Tage verbrachten. In Buzet findet man neben Kletterei an Gebieten, die in jegliche Himmelsrichtung ausgerichtet sind, auch eine schöne Gumpe zum Abkühlen. Dort trafen wir dann und auch July und Maxi, die den Rest des Urlaubs mit uns verbrachten. Das Entscheidungsspiel im Watten steht noch aus 😊

    Urlaub-110
    Klettern in Buzet

    Den Abschluss bildeten noch einige Tage in Slowenien in der Nähe des Bohinj Sees in Slowenien und ein super Klettertag in bestem Kalkkonglomerat des Rosengartens in Kärnten, bevor es für uns wieder nach Innsbruck ging. Das einzig „negative“ war eine „Strafe“, die wir für’s Wildcampen in Slowenien zahlen mussten, wir vermuten aber hauptsächlich da wir unwissentlich in einem Nationalpark standen (Kostenpunkt für die, die es interessiert: 41,50€ pro Auto).

  • Project ski2climb

    Schon länger spuckte ein besonderes Projekt in unseren Köpfen. Wir hatten in unserem Tirol-Kletterführer gelesen, dass man im Frühjahr die Kletterei am Klobenjoch hoch über dem Achensee, mit Skitouren kombinieren kann. Wir hielten es für einen Tag zu aufwendig, stellten es uns aber toll vor, mehrere Tage dort oben zu verbringen und beide Sportarten zu betreiben. Anfang April war es dann endlich soweit und konnten auf Grund sehr stabilen Wetters unser Vorhaben angehen. Zunächst waren wir noch skeptisch, ob es auf Grund der Lawinensituation überhaupt möglich sein wird so spät am Nachmittag den Aufstieg gefahrlos zu bewältigen. Als wir dann aber vom Parkplatz des Kinderhotels in Buchau standen und Richtung Ziel schauten waren wir uns sicher, dass es geht. Der Schnee war quasi bis zu Dalfazalm bereits geschmolzen. Glücklicherweise war unser Skitourenziel noch höher, weswegen wir uns entschieden den Aufstieg zu beginnen.

    Klobenjoch-19
    Mit den Ski auf dem Rücken ging es los

    Mit dem vielen Gepäck (Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Essen, Kletter- und Skizeug) waren die 800 Hm bis zur Dalfazalm sehr anstrengend und wir waren froh, als wir zumindest die Ski endlich anschnallen konnten, was ca. 150 Hm unter der Dalfazalm endlich möglich war. Von der Dalfazalm stiegen wir noch ca. 100 Hm weiter um auf einem kleinen Plateau unser Lager einzurichten. Im letzten Sonnenlicht bauten wir das Zelt auf, nahmen danach noch eine Stärkung zu uns und krochen danach, müde vom Aufstieg in unsere Schlafsäcke. Am nächsten Morgen mussten wir ja auch wieder früh raus, um auf Firn-Jagd zu gehen.

    Klobenjoch-62
    Sonnenuntergang nach dem Zeltaufbau

    Den ersten Wecker überhörten wir gekonnt, weshalb es doch etwas verspätet nach einem schnellen Kaffee an den Anstieg zur Klobenjochspitz ging. Der nur noch 400 Hm entfernte Gipfel war schnell und bei bestem Wetter erreicht und wir genossen den Weitblick über den Achensee bis nach Deutschland.

    Klobenjoch-30
    Blick von der Klobenjochspitze nach Deutschland

    Wir erwischten den Zeitpunkt recht gut und Felix konnte seinen ersten Firn so richtig genießen. Nach der Abfahrt kamen wir an einem Bach vorbei, an dem wir uns erfrischten um danach wieder zum Lager zurückzukehren. Dort gab es wieder einen leckeren Kaffee und dann machten wir uns am Mittag noch zu den Wänden des Klobenjochs auf, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Der Fels ist fantastisch dort oben. Im Sommer könnte es nur etwas warm werden, selbst uns im Schnee war es recht, dass sich die Sonne bald verabschiedete. Den Abend ließen wir diesmal etwas gemütlicher ausklingen, und spielten im Zelt noch ein wenig Karten, da wir am nächsten Tag nicht ganz so zeitig raus mussten.

    Klobenjoch-25
    So nah und doch so fern

    Nach dem Frühstück ging es am letzten Tag nochmals zum Klobenjoch zum Klettern, dieses Mal im oberen Sektor. Wir waren erstaunt wieviel Schnee dort oben noch lag. Die Routen waren bestimmt alle 2 Meter kürzer durch den hohen Schnee am Wandfuß. Nach dem Klettern fuhren wir ein letztes Mal zu unserem Lager, um bei immer stärker werdendem Wind zusammenzupacken und uns an Abfahrt und Abstieg zu machen. Es waren tolle drei Tage und ein tolles Erlebnis. Die Kombination aus Klettern und Skitour am Klobenjoch ist etwas Außergewöhnliches und kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden! Bei Bedarf auch gerne länger 😉 Ein Video über das Projekt folgt 😊