Project ski2climb

Schon länger spuckte ein besonderes Projekt in unseren Köpfen. Wir hatten in unserem Tirol-Kletterführer gelesen, dass man im Frühjahr die Kletterei am Klobenjoch hoch über dem Achensee, mit Skitouren kombinieren kann. Wir hielten es für einen Tag zu aufwendig, stellten es uns aber toll vor, mehrere Tage dort oben zu verbringen und beide Sportarten zu betreiben. Anfang April war es dann endlich soweit und konnten auf Grund sehr stabilen Wetters unser Vorhaben angehen. Zunächst waren wir noch skeptisch, ob es auf Grund der Lawinensituation überhaupt möglich sein wird so spät am Nachmittag den Aufstieg gefahrlos zu bewältigen. Als wir dann aber vom Parkplatz des Kinderhotels in Buchau standen und Richtung Ziel schauten waren wir uns sicher, dass es geht. Der Schnee war quasi bis zu Dalfazalm bereits geschmolzen. Glücklicherweise war unser Skitourenziel noch höher, weswegen wir uns entschieden den Aufstieg zu beginnen.

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Mit den Ski auf dem Rücken ging es los

Mit dem vielen Gepäck (Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Essen, Kletter- und Skizeug) waren die 800 Hm bis zur Dalfazalm sehr anstrengend und wir waren froh, als wir zumindest die Ski endlich anschnallen konnten, was ca. 150 Hm unter der Dalfazalm endlich möglich war. Von der Dalfazalm stiegen wir noch ca. 100 Hm weiter um auf einem kleinen Plateau unser Lager einzurichten. Im letzten Sonnenlicht bauten wir das Zelt auf, nahmen danach noch eine Stärkung zu uns und krochen danach, müde vom Aufstieg in unsere Schlafsäcke. Am nächsten Morgen mussten wir ja auch wieder früh raus, um auf Firn-Jagd zu gehen.

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Sonnenuntergang nach dem Zeltaufbau

Den ersten Wecker überhörten wir gekonnt, weshalb es doch etwas verspätet nach einem schnellen Kaffee an den Anstieg zur Klobenjochspitz ging. Der nur noch 400 Hm entfernte Gipfel war schnell und bei bestem Wetter erreicht und wir genossen den Weitblick über den Achensee bis nach Deutschland.

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Blick von der Klobenjochspitze nach Deutschland

Wir erwischten den Zeitpunkt recht gut und Felix konnte seinen ersten Firn so richtig genießen. Nach der Abfahrt kamen wir an einem Bach vorbei, an dem wir uns erfrischten um danach wieder zum Lager zurückzukehren. Dort gab es wieder einen leckeren Kaffee und dann machten wir uns am Mittag noch zu den Wänden des Klobenjochs auf, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Der Fels ist fantastisch dort oben. Im Sommer könnte es nur etwas warm werden, selbst uns im Schnee war es recht, dass sich die Sonne bald verabschiedete. Den Abend ließen wir diesmal etwas gemütlicher ausklingen, und spielten im Zelt noch ein wenig Karten, da wir am nächsten Tag nicht ganz so zeitig raus mussten.

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So nah und doch so fern

Nach dem Frühstück ging es am letzten Tag nochmals zum Klobenjoch zum Klettern, dieses Mal im oberen Sektor. Wir waren erstaunt wieviel Schnee dort oben noch lag. Die Routen waren bestimmt alle 2 Meter kürzer durch den hohen Schnee am Wandfuß. Nach dem Klettern fuhren wir ein letztes Mal zu unserem Lager, um bei immer stärker werdendem Wind zusammenzupacken und uns an Abfahrt und Abstieg zu machen. Es waren tolle drei Tage und ein tolles Erlebnis. Die Kombination aus Klettern und Skitour am Klobenjoch ist etwas Außergewöhnliches und kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden! Bei Bedarf auch gerne länger 😉 Ein Video über das Projekt folgt 😊