Adventures von Steffi und Felix

Willkommen auf dem Blog von Steffi und Felix. Wir leben in Innsbruck und sind öfters in der wunderschönen Region rund um Tirol unterwegs. Wir lieben den (Berg-)Sport und nutzen den Blog um immer mal wieder über Touren, Reisen oder Erlebnisse zu berichten.

  • Alles dabei im Navistal

    Das Wetter sollte nicht allzu einladend werden, was uns den Samstag gemütlich starten ließ. Nach dem Frühstück ging es über’s Telefon mit Pepi an die Tourenplanung, was dazu führte, dass wir nur wenig später im Auto über den Brenner saßen. Es ging ins Navistal, da wir uns dort gut auskannten und auch bei schlechter Sicht gute Abfahrten im Bereich des Waldes möglich sind. Das Wetter zeigte sich tatsächlich mehr als wechselhaft und wir fanden uns sowohl im ärgsten Schneetreiben, als auch in schönstem Sonnenschein wieder. Ist denn schon April? Wir hofften auf ein glückliches Händchen wie am Donnerstag und genossen die Einsamkeit. 4 SkitourengeherInnen kamen und entgegen, es war aber sonst außer uns niemand unterwegs, was im Navistal doch eher eine Ausnahme ist. Unser Ziel war die Scharte zwischen Hohe Warte (2398m) und Scheibenspitze (2489m), wo wir schon einige Male waren. Es ging über die Forststraße bis zu dem offenen Almengelände und wir ließen diese über den linken Aufstiegsweg hinter uns. Der Schnee wurde von Höhenmeter zu Höhenmeter besser und unsere Vorfreude wuchs bereits. Wenn nur die Wolken nicht ständig den Himmel verdunkeln würden. Spätestens als wir in dem Boden unter unserem Ziel standen und die perfekten Bedingungen gepaart mit super Sicht wahrnahmen, waren wir schon sehr heiß auf die Abfahrt.

    Ziel im Blick

    Wie auch im Sellrain war hier kaum Windbeeinflussung zu erkennen, was uns doch etwas verwunderte. Uns sollte es aber recht sein und die letzten Höhenmeter waren schnell gemacht. Als wir oben ankamen, befanden wir uns gerade in einer dicken Wolke. „Die wird schon wieder weggehen“. Das war zumindest die Hoffnung. Wir machten uns keinen Stress, aßen und tranken etwas, aber die Wolke war dann doch hartnäckiger als gedacht. Schlussendlich zögerten wir die Abfahrt um fast eine dreiviertel Stunde hinaus, was sich aber bezahlt machte. Denn auf einmal war die Sicht wieder wesentlich besser und wir konnten die Abfahrt in sehr guten Schnee auch vollends genießen und mussten nicht „auf Gefühl“ fahren. Wir nahmen die Variante über den linken Graben in der sich noch keine Spur befand und hatten unseren Spaß. Die Schneelage erlaubte es bis zum Parkplatz an der Kirche abzufahren und von dort ging es wieder heimwärts. Der Winter scheint noch nicht vorbei zu sein 😊

  • Immer wieder Mitterzaiger

    Wintereinbruch im März und die Zeit, schnell in die Berge zu kommen? Ab in die Berge! Zusammen mit Pepi ging es in der Früh ins Sellrain um zu überprüfen, wie viel es wirklich geschneit hat. Kleiner Spoiler: Viel! Um lawinentechnisch auf der sicheren Seite zu sein, war unser Wahlziel einmal mehr dieses Jahr der Mitterzaigerkogel (2629m) und wir waren tatsächlich überrascht, dass wir das erste Auto am Parkplatz stellten und auch nur ein weiteres Vehikel hinter uns parkte. Vermutlich wurden doch viele von den nach wie vor tiefhängenden Wolken abgeschreckt. Wir machten uns auf den uns bekannten Weg rechts am Klammbach entlang und durften von Meter 1 an das Spuren übernehmen. Es war vorteilhaft den Weg zu kennen, da die Orientierung ohne Bäume tatsächlich nicht ganz einfach war. Kurz kam sogar die Idee auf umzudrehen, da die Sicht wirklich schlecht war. Wir entschieden uns, zumindest noch eine halbe Stunde weiterzugehen und dann gegebenenfalls umzudrehen.

    Wolkenblick

    Zum Glück war das nicht nötig, da wie aus dem Nichts der Himmel über uns aufklarte und das Schneeparadies hinten bei den Narrenböden offenbarte. Neben den schieren Schneemassen sahen wir nun auch, dass der Schnee hier so gut wie keine Windbeeinflussung aufwies. Nun stand alles auf „Gipfelsturm“. Das Spuren war durch die Schneemengen tatsächlich recht anstrengend, aber wir schafften es letztlich auf das Kreuzojch unterhalb des Gipfels. Kurz vor der Scharte war es tatsächlich nochmal etwas eisig unter ein paar wenigen Zentimetern Neuschnee. Durch beherztes Stapfen war diese Crux aber schnell überwunden. Auf dem Joch wurden wir mit Windstille belohnt, trotzdem hielten wir die Gipfelpause kurz, damit wir nicht zu spät in die Arbeit kommen. Die Abfahrt war einfach lustig. Es war fast zu viel Schnee und es zauberte uns allen einfach nur einen breiten Grinser ins Gesicht. Solche Verhältnisse sind eine Besonderheit und wir genossen es in vollen Zügen. Zurück beim Auto ging es wieder nach Innsbruck, dort schnell unter die Dusche und dann ab in die Arbeit. Typical Thursday😊

  • Ping(g)elig bei der Schneesuche

    Schneefall am Freitag und Top-Wetter für das Wochenende waren angesagt: Eine bessere Kombination gibt es wohl nicht. Samstag ging es für uns noch in den Karrer Klettergarten, um die Finger langsam an das Ende des Winters zu gewöhnen. Sonntag wollten wir dann aber doch die Ski nochmal unter die Füße schnallen. Pepi scoutete – fleißig wie er ist – bereits am Samstag, wo es noch den ein oder anderen Pulverhang geben könnte. Am Sonntag ging es in der Früh, wie schon so oft diesen Winter, über den Brenner nach Matrei raus und weiter ins Gschnitztal. Ziel für heute war der Pflerscher Pinggl (2767m), dessen Ausgangspunkt am Gasthof Feuerstein der Start einiger Touren ist. Wir waren daher tatsächlich froh an diesem sehr geschäftigen Sonntagmorgen noch einen Parkplatz zu bekommen. Einige weitere Freunde waren bereits eine halbe Stunde vor uns gestartet und das Tagesziel war sie bis zum Gipfel einzuholen. Die Tour startete gemütlich in das Sandestal und nach ein paar Höhenmetern erreicht man das gewaltige Tal unterhalb des Tribulaunhauses. Der Gschnitzer und Pflerscher Tribulaun thronten beim Anstieg um die Wette und zusammen mit den noch flachen Sonneneinfällen war es ein beeindruckendes Bild.

    Pepi und Gschnitzer Tribulaun

    Hier im Kar erwischte uns heute ein ziemlicher eisiger Fallwind, dafür musste es auf den oberen Sonnenhängen bereits fantastisch sein. Wir bissen durch und sahen auch unsere Kollegen bereits in nicht allzu weiter Ferne, da sie immer mal wieder längere Pausen machten. Das Tagesziel war also noch möglich. Hinter uns waren ebenfalls einige Gruppen, es zog sich aber alles gut auseinander und so konnten auch die Steilstufen beim Anstieg zur Pflerscher Scharte mit dem nötigen Abstand absolviert werden. Sichere Lawinenverhältnisse braucht es wegen der Steilheit hier hinten in der Tat. Bald erreichten wir so die Sonne und auch der letzte steile Anstieg lag hinter uns. Die letzten Höhenmeter ging es schon zusammen mit der ganzen Bagage unschwierig zum Gipfel, lediglich ein wenig gepresst war es hier oben stellenweise. Die Gipfeljause war ein Sammelsurium aus kurzkettigen Kohlenhydraten in Form von Haribo, Kuchen und Schokolade. Was man/frau halt so nach ein paar Höhenmetern an der frischen Luft braucht. Der Gipfel präsentierte sich zudem windstill, was zum Quatschen und Genießen einlud. Die Abfahrt war auch schon festgelegt, da Pepi am Vortag bereits die nordwestliche Variante gefahren ist, wollten wir uns heute die reine Nordvariante riders right vom Schnabele anschauen. Unsere Bekannten fuhren die andere Variante und so viel kann gesagt werden: Beide Varianten gingen mehr als gut 😊

    White-Out

    Der neu gefallene weiche Pulver lag auf der alten, mittlerweile gut gesetzten Schneeschicht und vor allem oben kam man so gut wie nie bis auf die Altschneedecke durch. Erst unten spürte man den alten und bereits etwas härteten Schnee, aber es war nie störend. Wir suchten uns unseren Weg durch die Variante und hatten sogar noch ein kleines Abenteurer in Form einer recht ausgesetzten Querung mit dabei. Outdoor-Herz was willst du mehr? Unschwierig ging es dann über die letzten Hänge und über die Forststraße wieder hinaus zum Parkplatz. Hier wartete bereits das Parkplatzbier auf uns und die Sonne ließ es uns richtig schmecken. Grandioses Wochenende mit toller Gesellschaft!

  • Sonnenkessel

    Am Samstag war das Wetter nicht ganz so gut, am Sonntag sollte es allerdings wieder wolkenlos werden. So wurde der Samstag genutzt um nochmal gemütlich mit Steffi’s Eltern zu frühstücken und danach lang aufgeschobene Erledigungen zu machen. 

    Am Sonntag klingelte der Wecker dann bereits vor 6 Uhr, damit wir einerseits rechtzeitig beim Parkplatz und andererseits rechtzeitig am Gipfel der Kesselspitz sein konnten. So ging es für Felix das erste Mal ins Gschnitztal um total überrascht festzustellen, dass der Parkplatz um kurz nach 7 schon voll sein kann. Wir ergatterten dennoch den letzten regulären Parkplatz, manchmal braucht man auch Glück. Die ersten Meter auf der Forststraße (ca. 200 Höhenmeter) mussten die Ski bereits getragen werden. Ab dann ging es durch den Wald bis zur Lichtung von wo aus man den genialen Südosthang, inkl. Ameisenstraße schon gut einsehen konnte gut dahin. Die erste Steilstufe konnte gut ohne Harscheisen gemeistert werden, vor der zweiten Steilstufe entschieden wir uns lieber die Harscheisen zu montieren. Die Entscheidung war definitiv die Richtige, mit den Harscheisen gings zwar etwas anstrengender, aber dafür ohne Rutschen und Gefahr, bis zum Gipfel. Da wir zügiger als erwartet waren konnten wir das atemberaubende Ambiente mit Tribulaun, Habicht, Serles und sogar den Dolomiten in vollen Zügen genießen. Der einzige Wehrmutstropfen an diesem sonst perfekten Gipfelbedingungen waren die Ansammlung an Skitourengehern, sind wir dies doch dieses Jahr kaum gewöhnt.

    Ambiente

    Dennoch konnten wir die ausgiebige Gipfelpause und die Freiheit am Gipfel in der ungetrübten Sonne vollends genießen.Die Abfahrt war durchwegs gut, wenn auch nicht ganz perfekter Firn. Hielt man sich allerdings eher an den Südhängen war es deutlich besser als an der Aufstiegsspur in den Südosthängen. Unten raus konnte im verspielten Gelände nochmal richtig Gas gegeben werden.

    Alles in allem eine typische Frühjahrstour die vom Ambiente immer wieder überzeugt. Das Mittagessen schmeckt nach ein paar Höhenmeter und viel getankter Sonne dann immer noch viel besser. Bald aufstehen lohnt sich schon immer mal wieder 😊

  • Linzer Schnitten

    Eine ausgezeichnete Mehlspeise und am besten natürlich von der Mama. Folglich wurden die Eltern von Steffi nach Innsbruck eingeladen. Natürlich nicht wegen der Mehlspeise und nur mit negativen Coronatest, damit das Treffen auch in vollen Zügen genossen werden kann.

    So ging es am Mittwoch ins Schmirntal zur Kleegrubenscharte mit der Hoffnung nordseitig noch guten Schnee zu finden. Das Timing war perfekt und so ging es vom Auto weg mit der Sonne und Saharastaub in der Luft bis zur Steilstufe, die dann im Schatten gemeistert wurde. Danach ging es wieder im Sonnenschein bis zu unserem Ziel der Kleegrubenscharte, die wir heute ganz für uns alleine hatten. So konnte die bombastische Aussicht, die auch durch den Saharasand kaum getrübt wurde, in Ruhe genossen werden. Es waren schon einige Spuren in dem wunderschönen Kessel, aber wir fanden vor allem im oberen Bereich dennoch einige gute Schwünge. Unten ging es dann fast ohne Anschieben bis zum Auto. Ein traumhafter Tag mit durchaus gutem Schnee in völliger Einsamkeit, was will man mehr.

    Hinein ins Tal

    Der Nachmittag war noch lange und so konnten wir in Ruhe die Tourenplanung für den nächsten Tag angehen. Bei diesen Temperaturen allerdings nicht ganz so einfach. Nach Pulver entschieden wir uns, auf Firn zu gehen und so ging es am Donnerstag schon sehr früh aus Innsbruck ins Sellraintal zum Mitterzaigerkopf. Wir waren die ersten am Parkplatz, wobei hinter uns schon die nächsten Autos parkten. Wir gingen vom Auto weg mit Harscheisen, da der Schnee noch durchgefroren war. Bis auf den letzten Gipfelaufschwung wurde die Tour auch mit Harscheisen gemeistert. Allein waren wir dieses Mal zwar nicht unterwegs, aber die anderen störten überhaupt nicht. Bis auf uns beendeten alle auf der Scharte die Tour, wir gingen die letzten Höhenmeter den unschwierigen Gipfelgrat noch bis zum Gipfel, den wir dann ganz für uns allein hatten. Im Vergleich zum letzten Mal, war die Aussicht etwas besser. Es war so warm, dass wir im T-Shirt die Jause genießen konnten. Wir warteten noch etwas ab, damit wir auch nicht zu früh und bei hartem Schnee abfahren mussten. Wir entschieden uns auch dieses Mal für die Variante, die dieses Mal schon einige Spuren aufwies. Um 11.45 Uhr starteten wir von der Scharte und das Timing war perfekt, wir erwischten vor allem bei den unteren Hängen noch perfekten Firn. Wir blieben bis zum Auto auf der rechten Bachseite und hatten bis zum Auto super Schnee.

    Zwei komplett unterschiedliche Touren, aber beide für sich sehr lohnend und wunderschön. Family-Quality-Time at its best.

  • Fotscher Variante

    Die Hochdruck-Phase will nach wie vor nicht so ganz enden und langsam wird es schwierig, Pulver anstelle von Firn zu finden. Es wurden mal wieder die Karten on- und offline studiert und es wurde der Nord-Ost-Hang des Wenten als geplantes Ziel ausgemacht. Um der tageszeitlichen Erwärmung zuvor zu kommen trafen wir uns früh mit einem Kollegen am Parkplatz der Potsdamer Alm. Von hier ging es über die Forststraße die ersten Meter in Richtung Fotscher Bergheim. Ziemlich zeitgleich mit uns erreichten zwei weitere Freunde, die mit einem E-Bike den wenig aufregenden Start abkürzten, die dortige Gabelung. Auf der hier zu findenden Hinweistafel studierten wir die geplante Tour und stellten fest, dass der gedachte Aufstieg und die Abfahrt durch eine Schutzzone verlaufen. Drauf pfeifen oder Folge leisten? Wir waren etwas unsicher und entschieden uns zunächst einmal weiterzugehen und uns im Laufe des Weges zu entscheiden. Bei der Almind-Alm legten wir dann fest, dass wir uns an die Zone halten werden und auf das Fotscher Windegg (2577m) ausweichen werden, da wir dort ohnehin noch nie waren. Zum Glück waren wir eine große Gruppe und unsere Kumpanen konnten an ihrer Idee festhalten und wir unseren Weg gehen, ohne, dass jemand alleine am Weg war. Für uns ging es also erst etwas nach Norden, um dann eine Schleife nach Westen zu gehen und so uns immer weiter dem Windegg zu nähern. Da eine Spur vom Vortag gelegt war, war die ohnehin leichte Orientierung überhaupt kein Problem. Zeitlich waren wir gut unterwegs und etwas erstaunt, dass wir komplett alleine am Weg waren. Oben auf dem Grat sahen wir dann einige Gämsen nach Futter suchen. Sie waren also doch nicht in der Schutzzone 😊 Wir prägten uns bereits beim Aufstieg die direkte Einfahrtsvariante vom Gipfel ein, da diese noch unverspurt und ziemlich gut aussah. Den Gipfel des Windeggs genossen wir dann in absoluter Einsamkeit und bei angenehmen Temperaturen. Erst als wir uns nach einiger Zeit an die Abfahrt machten, trafen oben noch weitere Tourengeher ein. Für uns ging es aber bereits in den steilen oberen Bereich der Einfahrt und wir waren happy über den immer noch recht pulvrigen und weichen Schnee. Wir zogen unsere Bahnen und unten gab es dann auch noch feuchten Schnee, der ebenfalls super zu fahren war. Das Beste aus beiden Schneewelten für uns 😊 Bei der Alm, trafen wir unsere Freunde wieder, die es ebenfalls sehr gut erwischt haben. Gämsen haben sie auf ihrem Weg keine angetroffen. Wir sonnten uns noch bei Temperaturen, die sonst im April bei Skitouren normal wären und ärgerten uns, kein Radler griffbereit zu haben. Das gab es dann erst im Schatten am Parkplatz. Besser spät als nie.

    Am Sonntag wollten wir das gute Wetter dann für ein paar Klettermeter ausnutzen und fuhren nach Leutasch, um dort am Mauerbogen die ersten Felsstrukturen für 2021 in die Hand zu nehmen. Um dorthin zu gelangen mussten wir allerdings durch den im Zustieg zu finden Schnee stapfen. Auch der Wandfuß war nach wie vor mehr weiß als erdig, was der Kletterei aber keinen Stein in den Weg legte. Kann man das als Wortspiel durchgehen lassen? Wie dem auch sein, es war ebenfalls ein schöner Tag draußen bei angenehmer Ruhe und schöner Kletterei. So kann die Klettersaison 2021 starten 😊

  • Mit 30 zum Grenzgänger

    Nun war es “endlich“ soweit: Für Felix schlug es 30 und es bot sich dank perfektem Wetter und Corona an, den Geburtstag mit Freunden auf einer Skitour zu verbringen. Kalt sollte es werden, deswegen wollten wir gerne in der Sonne aufsteigen und genug Parkplätze brauchte es für die ganze Bagage auch noch. Und lässigen Schnee bitte auch noch! Da wir um die Weitläufigkeit des Gebietes um den Grubenkopf (2337m) über dem Obernberger See wussten, fiel die Wahl nach einigem Grübeln auf diesen Gipfel an der Grenze zu Italien. Alle schafften es pünktlich zum Parkplatz und wir machten uns an den gemütlichen Zustieg über die Rodelbahn zum Obernberger See. Von dort ging es weiter durch den Wald und bald erreichten wir das Hochplateau vor dem ersten richtigen Aufschwung. Hier verschafften wir uns ein erstes Mal einen Überblick über die möglichen Abfahrtsoptionen. Ein sehr schön wirkender Hang nordwestlich vom Grubenkopf bekam unsere Aufmerksamkeit und führte zu der Entscheidung, zunächst auf den Grubenkopf selbst du gehen und von dort alle weiteren Entscheidungen zu treffen. Bei gemütlichem Quatsch-Tempo ging es weiter. Angenehm war, dass an diesem Tag nicht allzu viel los war. Als wir uns der Scharte östlich des Grubenkopfes näherten, begann der Wind ein wenig aufzufrischen, wodurch es noch einmal um einiges kälter wurde.

    Etappen-Ziel

    Es schafften aber alle zum Gipfel und wir fanden eine perfekt geformte Schneewand, hinter der es in der Sonne richtig warm war. Oben wurde für einen Geburtstag würdig gesungen, geschnapselt und viel gelacht. Auch ein gemeinsames Gipfelfoto durfte natürlich nicht fehlen. Nach einer entspannten Zeit im Grenzgebiet, machten wir uns an die Abfahrt und fuhren nicht an den Aufstiegsspuren ab, sondern folgten in nordwestliche Richtung dem Grat zu dem von unten bereits erspähten Hang. Er machte auch aus der Nähe einen soliden Eindruck und wir bereuten es nicht, uns für diese Variante entschieden zu haben. Wir genossen es den Hang für uns zu haben und den sehr guten Schnee. Unten ging es durch den Wald zurück zu unserer ursprünglichen Aufstiegsspur und über die Rodelbahn wieder hinaus zu den Autos. Am Parkplatz hatte sich der Schatten bereits breit gemacht, weswegen wir in Richtung Obernberg fuhren, um die letzten Sonnenstrahlen bei einem Radler aufzusaugen. Ein rundum perfekter (Geburts-)Tag, da tut das 30 werden gar nicht weh. Danke an alle, die dabei waren 😊

  • Gemma Gammerspitze!

    Sehr kalt sollte es werden am Samstag, aber dafür sonnig. Der Plan sah also vor, möglichst südseitig aufzusteigen und zu hoffen, dass der Schnee noch keinen Stich von der Sonne kriegt: Passt, gemma Gammerspitze! Matze war mal wieder in Innsbruck und so ging es mit ihm, Köbi und Pepi über den Brenner in Richtung St. Jodok und weiter nach Vals. Mehr schlecht als recht wurde neben der Straße geparkt, glücklicherweise ist die Straße nicht zu stark befahren. Links an der Horlicher Wand ging es für uns durch den steilen Wald auf die Ebene unter den Finaulmähder. Der Plan ging auf und in der Sonne waren die wirklich kalten Temperaturen gut aushaltbar. Landschaftlich ist die Tour wirklich sehenswert, vor allem das Block-Labyrinth im oberen Bereich erfordert ein wenig Ortskenntnis.

    Kraxeln

    Zum Glück ist Pepi die Tour bereits gegangen und kannte den Weg. Vielleicht ist er aber auch den wenigen Spuren nachgegangen. 300 Höhenmeter unter dem Gipfel mussten die Ski dann kurzeitig abgeschnallt werden, um durch den engen Felsdurchschlupf auf das Plateau unterhalb der Gammerspitze (2537m) zu gelangen. Die letzten Höhenmeter führten nach wie vor in der Sonne in Richtung des schönen Gipfels mit toller Sicht auf Olperer & Co.

    Unterhalb der Finaulmähder

    Felix war an diesem Tag nicht ganz fit, vielleicht hatte er schon erste Leistungseinbußen aus Angst vor dem nahenden 30er. Am Ende fanden wir uns aber alle am Gipfel wieder und genossen bei nur leichtem Wind passable Temperaturen und füllten die Glykogen-Speicher wieder auf. Die Abfahrt startete mit dem Wahnsinns-Gipfelhang, der bei sehr moderater Neigung zum Tempomachen einlädt. Dann gilt es einen engen Durchschlupf nicht zu verpassen, um nicht über die Felsabbrüche in Richtung Tal zu gelangen. Der Schnee in und kurz nach der Engstelle war leider nicht mehr allzu gut, dafür war er unten wesentlich besser als noch beim Aufstieg erwartet. So ging bis zur nächsten Engstelle unter den Finaulmähder (riders right vom Wald), wo ein alter Lawinenkegel nochmal vollen Fokus auf das Abfahren verlangte. Die letzten Meter waren entspannte Almhänge bis zum Auto. Super Tourenwahl an diesem kalten Tag, die schon Lust auf den nächsten Tag machte. Da schlug es für Felix dann wirklich 30.

  • Tapetenwechsel

    Viel zu lange haben wir unsere Salzburger Freunde Resl und Flo schon nicht mehr gesehen, daher haben wir uns zum Skitouren gehen in Saalbach verabredet.

    Am Samstag war das Wetter traumhaft schön und die Temperaturen glichen eher denen im April. Wir entschieden uns für den südseitigen Staffkogel und kamen daher ganz schön ins Schwitzen. Gleichzeitig genossen wird aber in vollen Zügen die warmen Temperaturen und die ungetrübte Sonne, haben wir diesen Winter ja schon sehr viel gefroren. Der Grenzberg zwischen Tirol und Salzburg bietet eine wunderschöne Aussicht und die Abfahrt war bei weichem, aber nicht zu tiefem Schnee richtig spaßig.

    Am Sonntag sollte es dann den ganzen Tag regnen, daher war erstmal ausschlafen und Brunchen angesagt. Da das Wetter aber deutlich besser als vorhergesagt war, entschieden wir uns für eine kleine Tour und nutzten die nicht offenen Skipisten aus. Nach einem hervorragenden Kaiserschmarrn gings wieder retour nach Tirol, das wir jetzt in nächster Zeit nicht mehr ganz so einfach verlassen dürfen. Zum Glück haben wir das Wochenende noch ausgenutzt. Psychische Erholung at it’s best – merci nochmal an Resl und Flo für die schöne Zeit.

  • Lernen am Mitterzaigerkopf

    Der Winter 2020/2021 ist von tollem Schnee, aber auch einem seit Beginn ungünstigen Schneedeckenaufbau geprägt. Die tiefen Schwachschichten, aber auch die ungünstigen Temperaturschwankungen inklusive Regen bis auf fast 2000m führen zu einer grundsätzlich instabilen Schneedecke. Um trotzdem das für den Samstagvormittag gut angesagte Wetter auszunutzen, ging es zusammen mit Pepi ins Kühtai. Es sollte abermals auf den Mitterzaigerkopf gehen, da bei guter Spurenwahl recht „lawinensicher“ und trotzdem schönes Gelände und eine tolle Umgebung geboten sind. Am Parkplatz vor der Bushaltestelle „Galerie“ angekommen waren wir verwundert, dass nicht mehr los war, beschwert haben wir uns aber nicht. Nach der kurzen Steilstufe zu Beginn ging es in den langgezogenen Talbereich entlang des Klammbaches. Man sah hier und dort die Windbeeinflussung der letzten Tage, die ihr übriges zu der aktuellen Lawinensituation beitrug. Die 7 Tourengeher vor uns, inklusive der spurenden Gruppe, legten aber eine super Spur an und wir fühlten uns sicher beim weiteren Aufstieg. Auf einer Höhe von ca. 2300m bogen dann manche in Richtung Rietzer Grießkogel ab, wir blieben jedoch auf der Spur zum Mitterzaigerkopf und begutachteten bereits von hier die Hänge der Variante zwischen unserem Gipfel und dem Hochalter. Die letzten Höhenmeter vor dem Skidepot waren schnell geschafft und wir zogen uns bei doch recht kräftigem Wind schnell um und vertagten die Jause auf später in der Sonne. Die steilen Hänge der Variante waren uns zu heiß, aber wir fuhren dennoch in die Variante in südlicher Richtung vom Skidepot ein, da wir wussten, dass sie auch defensiv gefahren werden kann. Der Schnee war genial – wie schon so oft in diesem Winter. Nach kurzer Orientierung und der Suche nach dem flachsten Durchschlupf, standen wir auf der Hochebene unterhalb der tief eingeschneiten Hänge zwischen Hochalter und Mitterzaigerkopf. Wir waren erschrocken, als wir den Lawinenkegel sahen, der in seinen Ausläufen sogar bis auf Teile der Aufstiegsspur abgegangen war.

    Anriss

    Nun waren die Alarmglocken richtig an und wir hatten nur noch den flachsten Bereich am südlichsten Ende unterhalb des Mugkogels im Auge. Wir sahen 4 Tourengeher am Auslauf des Kegels, die scheinbar beratschlagten, ob jemand in dem Kegel sein könnte. Wir erfuhren später, dass zum Glück niemand erfasst wurde. Von der 4er-Gruppe haben 2 den Abgang beobachtet und somit ausschließen können, dass jemand in die Lawine gekommen ist. Abgegangen ist das Brett durch eine Fernauslösung, was bei den Ausmaßen der Lawine einmal mehr verdeutlicht, dass diese Gefahr zu keinem Zeitpunkt unterschätzt werden sollte. Trotz objektiv sicherer Spurenwahl unsererseits waren wir froh, als wir aus den heiklen Bereichen heraus waren und konnten wenigstens die letzten Meter bis zum Parkplatz noch vollends genießen. Ein Tag mit schönen Momenten, der aber auch einmal mehr zeigte, wie schnell es in den Bergen gehen kann. Den Sonntag verbrachten wir dann ganz „defensiv“ daheim und beim Spazieren. Man muss es ja nach so einem Tag nicht provozieren.