Adventures von Steffi und Felix

Willkommen auf dem Blog von Steffi und Felix. Wir leben in Innsbruck und sind öfters in der wunderschönen Region rund um Tirol unterwegs. Wir lieben den (Berg-)Sport und nutzen den Blog um immer mal wieder über Touren, Reisen oder Erlebnisse zu berichten.

  • Ein 3erlei

    Wie haben wir uns auf diesen Winter gefreut: Sehr viel von der sorgenbehafteten Zeit geschafft, ein Kind, das auch mal auswärts schlafen kann und einfach etwas mehr Zeit in den Bergen als den letzten beiden Jahren….

    Ttja wir sollten es wissen, man kann nichts planen 😊 Denn bevor der Winter überhaupt erst begonnen hat, meinte Felix, dass er die Verletzungsstatistik im Flip Lab vorantreiben sollte und luxierte sich Ende November seine Schulter, was eine OP Ende Dezember mit sich brachte. Schon als Partnerin hängt man da automatisch mit drinnen, wenn es dann aber auch noch ein Kind gibt, dann wird’s nochmal mühsamer. So wurde Steffi 100% Hausfrau, Taxifahrerin, Mutter, Pflegerin, etc. – you name it 😀 Aber zum Glück gibt es ja dann doch noch Eltern und Familie und so konnte Steffi den ersten ergiebigen Schneefall Anfang Dezember gleich nutzen und unseren Hausberg bei Traumbedingungen direkt von der Haustüre aus (ja sogar die Straße war sorglos mit Tourenski zu begehen) erklimmen. Ein Traumtag: Eisig kalt, tief blauer Himmel, tief verschneiter Märchenwald, sehr viel Ruhe und zum Glück schon eine sehr intelligent angelegte Spur. So gute Bedingungen hatte Steffi eigentlich noch nie am Figl, denn auch im Wald waren alle Wurzeln perfekt verschneit. Danke fürs Ellisitten und die Begleitung.

    Immer wieder

    Danach war erstmal keine Zeit für eine Skitour oder Sport generell, aber Anfang Jänner stand dann der alljährliche Familienurlaub auf der Tauplitz an und da kam zumindest Steffi erneut auf ihre Kosten. Neben schönen Alpinabfahrten konnte sie auch eine Skitour auf den bereits, vom Urlaub  4 Jahre zuvor, bekannten Rosskogel gehen. 3 Generationen mit dabei und der Neffe machte sich bei nicht immer einfachen Bedingungen bei der ersten Skitour unglaublich gut. Schön wenn man die Freude an die nächste Generation weitergeben kann. Die Abfahrt war ein Genuss, alles unverspurt und durchwegs super Bedingungen.

    Rosskogel

    2 Wochen später konnte Steffi dann Dank Felixs Eltern nochmal in den Genuss von Sonne, blauem Himmel und Schnee kommen. So ging es an einem Samstag ganz gemütlich mit July auf die Mopsspitze, wo der Aufstieg traumhaft und die Abfahrt ok war. Leider waren die Rinnen widererwarten etwas windgepresst, unten raus waren die Bedingungen aber spitzenmäßig und der Abschluss auf der Hütte in der Sonne krönte den durchwegs perfekten Tag. Auch die Freude über den Allrad unserer Josi-Nana war an diesem Tag sehr groß, wie schön, wenn man einfach keine Ketten anlegen muss und easy hochcruisen kann und dieses Lob an ein Auto von Steffi, das muss was heißen 😉

    Vorfreude

    Alles in allem waren die letzten Wochen und Monate super intensiv und kräfteraubend für uns alle, aber dennoch haben wir es immer wieder geschafft kurze Momente für uns zu finden. So waren es bei Steffi die paar wenigen Skitouren und bei Felix kurze Spaziergänge in unserer wunderschönen Heimat. Das Klettern vermissen wir beide sehr, aber dafür freuen wir uns umso mehr auf den Frühling und Sommer, wobei sich Steffis Klettern da ja dann wieder etwas ändern wird, aber dennoch können wir es nicht mehr erwarten wieder Fels unter den Fingern zu spüren. Sehr viel Kraft tanken konnten wir bei all unseren gemeinsamen Wochenendausflügen oder Nachmittagen, wo wir unserem Nachwuchs unsere Skifahrleidenschaft weitergeben konnten, denn unser Sprössling hat glücklicherweise Stand jetzt so viel Freude am Skifahren, dass es einfach nur Spaß macht sie dabei zu unterstützen und ihre Freude aufrecht zu erhalten.

    Es ist einfach schön, wenn man in einer Gegend lebt, die einem so viel ermöglicht, auch wenn die Zeit knapp ist, oder die Umstände fordernd sind. Jetzt aber freuen wir uns darauf, dass Felix wieder fit wird und unsere Kämpferin die Therapie beenden kann und wir in eine noch glücklichere Zukunft schauen, die zwar sicher vorerst nicht mehr Bergerlebnisse im klassischen Sinn ermöglichen wird und noch mehr Zeitmanagement erfordert, aber dafür so viel unbeschreiblich Schönes bringen wird.

  • Elterntag an der Engelswand

    Wir bekamen Besuch aus Vorarlberg – zwei Freunde aus der ehemaligen Studierendenzeit, die mittlerweile auch nicht mehr nur zu zweit um die Welt tingeln. Da wir also mal wieder ein kinderfreundliches Gebiet brauchten, ging es an die Engelswand im Ötztal, zusammen mit noch zwei Freunden. Es fühlte sich fast schon wieder wie gaaaanz früher an 😀 Die Engelswand ist für uns so ein Gebiet, bei dem man immer wieder vergisst wie lässig die Touren dorrt eigentlich sind. Nicht geschenkt, aber immer mit spannenden Bewegungsproblemen und ab und an auch sehr athletisch. Es war ein sehr feiner Tag, etwas wärmer hätte es sein können, aber die Kiddies hat es nicht gestört. Und den Nachwuchs auch nicht 😉

  • Arco Retreat

    Seit unserer Hochzeit im Juni 2021 wollten wir einmal ein Wochenende zu zweit verbringen, um nochmal anzustoßen und eine schöne gemeinsame Zeit zu haben. Norwegen 2021 „erschwerte“ das natürlich erst einmal und nicht allzu lang nach unserer Rückkehr ging die Zeit in der Klinik los, was ein solches Vorhaben natürlich ebenfalls unmöglich machte. Ende August 2022 sollte es nun aber endlich soweit sein und wir machten uns fast wie früher nur zu zweit auf den Weg gen Süden. Nur diesmal mit neuem Bus und um viele Erfahrungen reicher. Der Nachwuchs war sicher bei Omi und Opi verstaut und der Hochzeitswein eingepackt. Natürlich wollten wir aber nicht nur herumsitzen und über in vino veritas philosophieren, sondern uns auch am Fels bewegen. Das Wetter versprach trockene Verhältnisse, wir hätten aber auch auf die Temperaturen achten sollen. Es war derart heiß, dass es uns aus der für den ersten Tag angepeilten Tour Archangelo gleich in der ersten Seillänge herausbrannte. Ein wenig ärgerte es uns, weil sie wirklich genial klingt, aber bereits die erste Länge bereitete uns große Schwierigkeiten, evtl. wegen der Hitze, evtl. weil wir noch gar nicht im Modus waren. Was auch immer der Grund war, wir entschieden abzuseilen und etwas zu warten, bis die ärgste Sonne aus den Wänden war und gingen dann noch nach etwas Einstiegssuche die Via Crucis. Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Mehrseillängentour, die von Plattenkletterei, über Querungen und leicht überhängende Kletterei alles zu bieten hatte.

    Schöne Querung

    Der Blick oben vom Kreuz ist traumhaft und der Abstieg eine sehr gemütliche Variante den Tag ausklingen zu lassen. Da die Sarche auch nicht unweit unseres Parkplatzes war konnten wir uns auch nochmal abkühlen, da wir von den ersten Stunden des Tages in der Archangelo immer noch sehr aufgeheizt waren.

    Wir verbrachten eine ruhige Nacht in unserer Josi-Nana und guckten uns für den nächsten Tag die La piccola Verticalita aus. Zunächst musste am Abend aber noch der Hochzeitswein verkostet werden. Tipp an alle: Immer Mückennetz dabeihaben, falls man mal Kork aus dem Wein filtern muss, weil der Korken abbricht 😀

    Frisch gestärkt ging es in der Früh an den für Arco etwas längeren Zustieg am Wandfuß entlang. Die Tour ist eine sehr gelungene Routenführung durch die oben immer röter werdende Wand. Schon die zweite Länge bietet nahezu athletische Kletterei, die bei Bedarf gut selbst abgesichert werden kann. Weiter nach oben kommend wird die Tour dann nochmal fordernder und bietet wieder athletische Kletterei an guten Griffen, bei der die Psyche unter Kontrolle gehalten werden sollte. Ist bei Hitze tatsächlich gar nicht immer so einfach. Der Abstieg geht dann problemlos über den Wanderweg und Klettersteig und die Sarche lockt wieder mit ihrer erfrischenden Kälte.

    Im roten Bereich

    Für uns war der Kurzausflug eine wichtige „Maßnahme“ um wieder in die Normalität zurückzufinden und hat uns gezeigt, dass nach jeder schweren Phase auch wieder schöne und lebenswerte Momente kommen! Danke an Omi und Opi für das Kind-Watching 😀

  • Urlaub mal anders

    Nach unserem Norwegenurlaub im vergangenen Jahr und der sehr ungeplanten Zeit in der Innsbrucker Klinik, freuten wir uns natürlich sehr, als uns eine kurze Auszeit aus medizinischer Sicht genehmigt wurde. Unser neuer Bus – Josi-Nana – war auch endlich bereit für ihre erste Reise uns so ging es an einen für uns grundsätzlich bekannten Ort, den wir aber völlig neu erleben durften: Die ligurische Küste rund um Finale Ligure. Wir waren hier schon einige Male zum Klettern, vor allem im Val Pennavaire. Unser Plan war es diesmal Strand und Klettern zu kombinieren und den sehr speziellen 2. Geburtstag von unserem kleinen großen Wunder zu „feiern“ –  auf unsere Art eben 😊 Die Bilder sprechen eigentlich für sich, wir hatten enormes Wetterglück, keine abnormale Hitze und keinen Regen und konnten all das machen, wonach uns eben war. Josi-Nana funktionierte perfekt und wir konnten mal wieder so richtig die Seele baumeln lassen und la dolce Vita danke ganz viel Eis so richtig genießen 😊 Ein Tipp auch noch für das Val Pennavaire: Das Gebiet Emisefero ist ein perfektes Gebiet mit Kindern. Auf viele weitere Geburtstage weit weg von daheim 😊

  • Kalkkögel par excellence

    Das Wetter versprach endlich einmal wieder stabile Verhältnisse, es gab einen Babysitter vor Ort und wir fühlten uns endlich einmal wieder bereit für eine sportliche Herausforderung. Lange schon haben wir mit dem Gedanken gespielt mal eine der Touren in den Kalkkögeln von unserer Haustür aus zumachen und nun war es endlich soweit. Schon früh stiegen wir aufs Mountainbike und machten uns auf den Weg über die Forstraße am Sendersbach entlang bis zur Kemater Alm. Immer wieder schön hier vorbeizukommen, an dem Ort, an dem wir uns das „Ja“-Wort gegeben haben 😊

    Endlich an der Kemater Alm

    Der steile Aufschwung bis zur Adolf-Pichler-Hütte wurde von uns auch noch gemeistert, wobei es mit E-Bike wohl leichter gewesen wäre, was uns auch unser Nachbar bestätigte, der heute auch in den Kögeln unterwegs war. Er gab uns auch den Hinweis, dass unsere geplante Tour – der Gebhardtweg auf den Steingrubenkogel (2633m) – keine zu unterschätzende Tour ist. Da er selbst bei der Bergrettung ist und daher wusste, dass vor nicht allzu langer Zeit 5 Belgier ausgeflogen werden mussten, kamen die Infos hier aus erster Hand. Wir gingen daher mit etwas Respekt bis zum Einstieg, waren aber auch schon voller Vorfreude. Kurz vor uns war bereits eine Seilschaft am Einstieg, liebe Grüße an der Stelle 😊 Wir ließen uns daher Zeit, quatschen ein wenig, aßen noch etwas und stiegen dann etwas verspätet ein. Der sonst so berüchtigt brüchige Fels der Kalkkögel war hier am Steingrubenkogel wirklich erstaunlich fest und die Sanierung mit ein paar wenigen Bohrhaken erleichterte die Routenfindung zumindest für uns bereits erheblich.

    Viele Rinnen & Kamine

    Die Längen ziehen sich in der logischen Linie immer weiter nach oben und auch der Schlüsselkamin stellt eine absolut zu meisternde Hürde dar, sofern man den Grad absolut sicher und auch in verschiedenen Kletterstilen (Spreizkamin) beherrscht. Um nach den 11 Seillängen auch noch auf den Gipfel des Steingrubenkogels zu gelangen, wird zunächst abgeseilt und dann eine steile Schotterrinne hinab und dann wieder aufgestiegen. Dieser Teil kann je nach Bedingungen sicher der herausforderndste der Tour sein und wurde wohl auch den Belgiern zum Verhängnis. Hier gilt es sich ein gutes Bild zu machen und den besten weg zu finden (nicht blind der Rinne nach rechts folgen!).

    Die Schotterrinne

    Der Weg über den Klettersteig zum Gipfel ist dann keine große Hürde mehr und man wird mit einem genialen Gipfelpanorama belohnt. Dem Klettersteig zur AV-Scharte folgend ist der Abstieg auch mehr Genuss und tolles Ambiente, als eine nennenswerte Hürde. Die Fahrräder an der Adolf Pichler Hütte stehen zu haben war eine tolle Sache, so geht der Abstieg dann nochmal schneller 😊 Eine empfehlenswerte, aber nicht zu unterschätzende alpine Tour in den Innsbrucker Dolomiten dieser Gebhardtweg!

  • Kurze Spritztour

    Manchmal laufen die Dinge halt nicht wie geplant und das Wetter macht was es will. Eigentlich wollten wir die Akademikerkante am Kreuztörlturm (2173m) gehen, standen extra früh auf, damit wir dem angesagten Gewitter am Nachmittag zuvorkommen. Aber anstelle von Sonne, hing unsere Tour den ganzen Vormittag in den Wolken, aus denen es dann auch noch nieselte. Den Zustieg machten wir aber trotzdem nicht umsonst, da die Stimmung sehr speziell war und uns auch irgendwie entlohnte. Wir müssen aber wohl nochmal hin, denn der Kreuztörlturm steht schon wirklich lässig da 😊 Also, bis auf bald 😀

    Rechts oben im Bild der Kreuztörlturm
  • Das Wetter sollte im Mai nicht so richtig in Schwung kommen, wir versuchten allerdings dennoch die guten Tage gut zu nutzen und so ging es zwei Wochenenden hintereinander ins Ötztal klettern. Einmal ohne Nachwuchs was uns den Besuch eines neuen Gebiets ermöglichte und uns an einen genialen Waldwasserspielplatz vorbeiführte – der für Kinder einfach nur genial sein muss – und wo wir bestimmt nochmal hinfahren. Das Gebiet und die Gesellschaft beim Klettern war super, die Temperaturen kalt, so wurde aus einem „chilligen Klettertag mit viel in der Sonne liegen“ eher ein „wie halt ich mich warm-Tag“. Dennoch wunderschöne und super Touren und der Abschluss beim Heiner einfach nur toll, vor allem wenn man im Hinterkopf hat, dass man nicht schnell nach Hause muss, das Kind schlafen zu legen. Die erste Nacht ohne Mama oder Papa hat unser Sprössling super gemeistert und wir können nun anfangen unser erstes Mehrseillängekletterwochenende zu planen 😊

    Der Tag in der Ehnbachklamm mit ein paar wenigen Klettermetern, dafür umso mehr Wasseraction war nicht weniger schön. Wir genossen die Ruhe (unter der Woche ist zum Glück nicht viel los), die Sonne und den schönen Fels in der Klamm und zum Abschluss gab es für alle ein Eis in Zirl, bevor wir Babysitterin Oma zum Bahnhof brachten.

    Die Woche drauf ging es erneut ins Ötztal, dieses Mal trafen wir uns mit sehr guten Freunden aus Vorarlberg im familienfreundlichen Klettergebiet Oberried. Der Tag war einfach perfekt. Die Kinder haben die Zeit miteinander genossen, wir konnten jeder ein paar Klettermeter sammeln und die angenehmen Temperaturen im Ötztal genießen. Abgerundet wurde der wunderschöne Tag mit einer Pizza am Campingplatz und einer tollen Spielplatzaction. Ein traumhafter Tag für Groß und Klein und endlich mal wieder so richtig normal, bitte mehr davon.

    Die Schlossbachklamm überzeugt uns am darauffolgenden Tag mit der guten Erreichbarkeit, coolen Kletterlinien und ganz viel Wasser und netten Hunden für den Nachwuchs. Ein wahnsinnig schöner Platz um zu entspannen und gleichzeitig etwas gas zu geben. Abermals ein toller Tag mit netter Gesellschaft und ganz viel kleinen-großen schönen Momenten.

    Das erste Juniwochenende war seit langem die Hochzeit einer sehr guten Freundin von Steffi geplant. Ob eine Durchführung nach einer Woche Chemo tatsächlich möglich ist, war bis zum Freitag unklar, aber JA endlich war das Glück auf unserer Seite und unserem Nachwuchs ging es perfekt, so gut, dass die ersten Purzelbäume ohne Vorwarnung geschlagen wurden. Die lange Autofahrt in die Steiermark zur Teichalm hat sich auf alle Fälle gelohnt, wenn auch ein Besuch von Steffis Bruder leider nicht möglich war. Oma und Opa und so konnten wir zu Zweit, das erste mal seit der Geburt einen Abend alleine verbringen und das bei einer so gelungen Hochzeit, gleichzeitig auch noch Steffis Geburtstag und der Jahrestag von unserer Hochzeit – einfach perfekt. Soziale Ereignisse sind neben den sportlichen Highlights so wichtig und geben ebenso viel Energie, Freude und schöne sorglose Momenten und gute Freunde sind ein Geschenk. Danke für das traumhafte Wochenende und die schöne Zeit außerhalb von Tirol.

    Drei wunderschöne Wochenenden mit ganz viel schönen Momenten und ganz viel Energie für unsere Akkus, die doch noch ganz schön leer sind. Nur Bilder wurden diesmal keine gemacht 😦

  • Back to Basics

    Im Gebiet Grottenwandweg an der Martinswand verbrachten wir bereits viel Zeit zu den Anfängen unserer Kletter“karriere“. Nun zog es uns mal wieder dorthin, da wir ein schnell erreichbares Gebiet, mit Routen im 6a/6b Bereich und südseitig suchten. Südseitig deswegen, weil es einiges geregnet hatte und wir auf trockenen Fels hofften. Von unten sah der Fels noch recht nass aus, wir versuchten aber trotzdem unser Glück und wurden belohnt, da doch die meisten Routen trocken und kletterbar waren. Die Kletterei dort oben ist durchgehend schön, mit sehr speziellen Bewegungen und teilweise etwas harten Bewertungen. Also Ego aus, Ausblick genießen und einmal mehr dankbar dafür sein, solche Gebiete überhaupt direkt vor der Haustür zu haben. Grottenwandweg – wir haben dich vermisst!

    Zusatzinfo: Felix hat hier schon einmal einen Stein auf den Kopf bekommen und auch dieses Mal waren wieder viele lose Steine unterwegs. Wir empfehlen daher einen Helm – zumindest für den Sicherer!

  • Ausbruch in der Papillion

    Nach und nach kehrt langsam aber doch etwas Normalität in unser Leben ein. Der härteste Part aus diesem Kapitel sollte geschafft sein, was aber auch bedeutet, dass wir immer mehr realisieren, wie viel Energie wir in den letzten 5 Monaten verbraucht haben und wie dringend wir unsere Reserven auffüllen müssen. Zum Glück gibt’s unsere Eltern, die uns dabei bestmöglich unterstützen. DANKE DAFÜR! So wurde uns nach langer Zeit mal wieder eine Mehrseillänge ermöglicht. Da wir nicht zu bald starten und nicht zu spät zurückkommen wollten und der Schnee teils noch weit unten im Tal liegt, haben wir uns wie bei unserer letzten MSL für die Burschelwand entschieden. So ging es am Vormittag nach Zams und einige Seilschaften waren bereits in der Wand, unsere Tour war allerdings nicht besetzt und so konnten wir die homogene Kletterei in der Pappilion (Einstieg Oberländer HG Tour) bei anfangs kühlen und dann immer wärmeren Temperaturen in der Sonne genießen.

    Orientierung

    Die ersten beiden Seillängen musste vor allem Steffi etwas in das Klettern reinfinden, was nach der langen Kletterpause aber nicht anders zu erwarten war – schließlich waren wir bis auf 2 kurze Sportklettertage seit Ende Oktober nicht mehr klettern. Da die Kletterei aber nicht zu fordernd ist, kam der Flow ganz schnell wieder und so konnten wir die 6 Seillängen einfach nur genießen. Der Fels war durchgehend kompakt und die Seillängen waren homogen und schön. Lediglich die Standplätze waren an diesem Tag ungerecht aufgeteilt – Felix war der „Hänge-Stand-Meister 😊 Nach getaner „Arbeit“ und Sonnenstrahlen einsaugen ging es wie immer gemütlich den Wanderweg bis zum Auto wo die Erfrischung mittels Brunnen auf uns wartete. Danach gingen wir spontan noch „shoppen“ und genossen die Zeit zu zweit und waren abermals dankbar in welcher Umgebung wir leben und dass nach jeder harten Phase wieder wunderschöne genussvolle Momente kommen. Immer.

  • Perspektivenwechsel

    Wer hätte das gedacht, dass wir jemals sagen werden: „Lampsenspitze war die beste Skitour der Saison.“ Tja so verändern sich die Bedürfnisse und vor allem die Zufriedenheit, wenn man 4 Monate keinen gesamten Tag die Klinik verlassen konnte und einem auf die harte Tour vor Augen geführt wird, worauf es tatsächlich ankommt im Leben.

    Nach vier äußerst fordernden Monaten wurde unser tapferer Nachwuchs rückoperiert und wir durften endlich etwas länger nach Hause. Vor allem ist nun wieder ein normale Kleinkindpflege möglich und daher konnte nach langer Zeit wieder Oma-Dienst in Anspruch genommen werden. Alles war also perfekt nur der Wetterbericht nicht, aber das war uns tatsächlich egal, „Wird schon nicht den ganzen Tag schütten“, so die Devise. Bei dem Wetterbericht und der Schneelage war die Tourenwahl selbst für Geheimtippexperte Pepi nicht ganz einfach und so entschieden wir uns gemütlich auf die Lampsenspitze (2875m) zu gehen, denn eigentlich ging es uns nur um Bewegung und sozialen Kontakt.

    Das Wetter war deutlich besser als erwartet und so ging es bei Sonnenschein und Saunatemperaturen fast allein bis zum Gipfel. Oben frischte allerdings der Wind ordentlich auf und der Nebel war innerhalb weniger Sekunden vom Tal hochgezogen. Die Stimmung war bombastisch und das Feeling auch richtig cool, endlich spürte man sich mal wieder. Der Gipfelmoment war sehr emotional, so oft haben wir uns diesen Moment, verschwitzt vom Aufstieg, am Berg wo es scheinbar keine Sorgen gibt und man nur den Moment genießt, gewünscht und nun endlich wurde er doch noch diesen Winter wahr – einfach traumhaft, unbeschreiblich schön und ein Gefühl der Freiheit.

    Blick zum Genießen #2

    Bei der Abfahrt ging es dann vorbei an den ganzen aufsteigenden Gruppen. Wir konnten allerdings dank ein paar Zentimeter Neuschnee teilweise echt ganz coole Schwünge genießen und auch der Nebel wich der Sonne wieder. Der krönende Abschluss war dann die Jause, auf die wir am Gipfel gerne verzichteten, am Bankerl in der Sonne. Danke Hannes für die mehr als nette Begleitung und danke Tirol für das Ambiente und das ermöglichen dieser unvergesslich schönen Stunden in der Natur, am Berg.

    Da am nächsten Tag das Wetter tatsächlich mies war, genossen wir einfach Zeit zu Hause mit Familie und unserem glücklichen Nachwuchs. Am Abend schneite es dann aber gar nicht so wenig und das ließ uns bereits neue Pläne schmieden.

    So starteten wir ganz gemütlich am nächsten Tag nach dem Frühstück in die Lizum, um vom Hoadl in Richtung Hochtennspitze zu spazieren. Es war sehr windig und teilweise nebelverhangen, dann wieder sonnig. Dank Innsbruck waren wir auch an diesem Tag nicht alleine da wir uns die Gondel mit lauter bekannten Gesichtern teilten und am Hoadl noch ein paar mehr Freunde trafen, was uns nach der langen Sozialabstinenz echt gut tat. Wir nutzten ein halbwegs gutes Wetterfenster und genossen die Firstlines im tatsächlich guten Schnee bis zu Kemater Alm. Abermals durchströmte uns ein Gefühl der tiefsten Dankbarkeit und Zufriedenheit – unser Backcountry ist einfach einmalig. Über die Rodelbahn ging es dann halbwegs ok bis zum Steig, der uns zum Sportplatz und nach Hause führte.

    Danke fürs Babysitten und danke fürs Gesellschaft leisten. Unsere Akkus sind nun wieder etwas aufgeladen, um den intensiven Endspurt mit viel positiver Energie zu meistern und wir können es kaum erwarten, wieder mehr Zeit in unserer Heimat und in den Bergen zu verbringen.