Adventures von Steffi und Felix

Willkommen auf dem Blog von Steffi und Felix. Wir leben in Innsbruck und sind öfters in der wunderschönen Region rund um Tirol unterwegs. Wir lieben den (Berg-)Sport und nutzen den Blog um immer mal wieder über Touren, Reisen oder Erlebnisse zu berichten.

Girls on Tour

Da vor zwei Jahren der spontane Ausflug mit Sarah nach Arco ein unvergessliches Erlebnis geblieben war, wurde – nachdem nun auch die Kleine nicht mehr auf Steffi angewiesen ist – bereits im Oktober ein Termin für April fixiert, um den Trip zu wiederholen. So ging es am Freitag, den 10.04., am Abend für Steffi und Sarah in Richtung Süden; Felix fuhr mit den Kids nach Osten und verbrachte bei seinen Eltern ein schönes Wochenende gemeinsam mit den Kindern.

Wir steuerten erneut unseren bereits bekannten Schlafplatz in Arco an, wo wir uns mit zwei Italienern und – wenn man den Schildern glauben darf – vermutlich ein paar Bären den Platz teilten. Nachdem wir die Routenplanung für abgeschlossen hielten, fiel Steffi allerdings ein, dass sie diese Route vor drei Jahren bereits geklettert war; daher wurde noch einmal umgeplant und eine für Steffi bestimmt forderndere Tour gewählt. Die Vorfreude war groß, und so verbrachten wir eine ruhige Nacht.

Damit die Sonne kein allzu großes Thema werden sollte, ließen wir uns am Morgen besonders viel Zeit und genossen ein ausgedehntes Frühstück. Danach ging es gemütlich zum Einstieg der Elios am Monte Colt. Bis zur Schlüssellänge lief es super: wunderschöne Kletterei, steil, gutgriffig, ausreichend abgesichert. Die 4. Seillänge (= Schlüssellänge) war dann für uns beide sehr fordernd, und so musste auch kurz die Schlinge Abhilfe leisten. Das änderte aber nichts daran, dass es eine wunderschöne Länge war – ausreichend anstrengend für Psyche und Physis. Steffi beschloss allerdings, die nächste, kaum nennenswert leichtere Seillänge nicht vorzusteigen, und so durfte Sarah die wirklich wunderschöne leichte Querung und den letzten Aufschwung im Vorstieg genießen. Steffi legte eine Pause ein und merkte, dass Ausdauer und Kraft einfach nicht mehr so da sind, wie das einmal war. Dennoch wurde auch diese Länge genossen, denn der Fels ist tatsächlich supergenial und die Linienführung ebenfalls. Danach waren noch vier Seillängen zu klettern, die wir wieder in Wechselführung absolvierten. Die 7. Seillänge hatte es noch einmal ordentlich in sich; einige Dächer mussten gemeistert werden – immer gutgriffig, aber auch sehr kräftig. Umso glücklicher war Steffi, dass sie dieses Mal (trotz Nachstieg) den Rucksack nicht hatte, und so konnte diese Länge noch einmal ordentlich geklettert und genossen werden. Nach den neun Seillängen waren wir dann gut erschöpft, genossen den Ausblick und die Tatsache, dass der Tag schon so lang war; so hatten wir, obwohl wir viel länger als gedacht gebraucht hatten, noch absolut keine Eile mit dem Abstieg.

Danach ging es auf einen Espresso und einen Aperol und dann in die erfrischende Sarca – zumindest für Steffi; Sarah mied die Kälte lieber, da sie nicht ganz fit war.

Zufrieden und hungrig ging es dann Pizza essen, und Steffi feierte am meisten, dass es bereits nach 20 Uhr war – und es einfach egal war. Es gab keinen Zeitdruck oder irgendetwas, das erledigt werden musste. So konnte das Pizzaerlebnis nochmals mehr genossen werden.

Wir beschlossen, am nächsten Tag noch eine ganz leichte Mehrseillängen-Tour zu gehen. Ursprünglich wollten wir am Sonntag Sportklettern, da wir beide das Gefühl hatten, dass dafür zu wenig Power da wäre. Außerdem war die Lust am Mehrseillängen-Klettern schon wieder so gestiegen – weil es Steffi einfach noch viel mehr gibt als das Sportklettern –, dass die Möglichkeit nun genutzt werden sollte.

Dieses Mal beeilten wir uns am Morgen etwas, da wir ja schließlich wieder nach Hause mussten – die Kids erwarteten Steffi um 17 Uhr 😊.

Wir entschieden uns für die Amazzonia und konnten nach kurzem Warten am Einstieg dann ohne weitere Pausen an den Standplätzen die Route zügig klettern. Es war wirklich eine wunderschöne Tour, mit schönem Blick zum Fluss, und obwohl die Längen alle relativ einfach waren, war es lohnende Kletterei. Dieses Mal war Steffi bei der Schlüsselstelle dran, was in diesem Fall aber kein Problem war. Die elf Seillängen gingen wirklich schnell von der Hand, und so konnten wir beim Auto noch in Ruhe jausen, ein Eis essen und uns sehr zeitig auf die Rückreise machen. Diesen Puffer brauchten wir ohnehin, da wir am Brenner dann im Stau standen; so kamen wir aber trotzdem rechtzeitig in Grinzens an.

Danke, Sarah, fürs Taxi und das abermals unvergessliche Wochenende bei absolut perfekten Wetterbedingungen, mit perfektem Fels und viel Dolce Vita 😊.

Steffi war zwar erschöpft, aber so glücklich, mal wieder ausbelastet zu sein und sich im positiven Sinne zu spüren. Es ist schon erschreckend, wie viel Substanz man körperlich, mental und generell durch Kinder verliert, aber gleichzeitig ist es auch schön zu sehen, was trotz weniger Klettermeter immer noch geht – und dass es immer noch genauso viel Spaß macht. Ein Wochenende mal ohne (Kinder-)Uhr war mitunter ein großer Teil der Erholung, und gleichzeitig war es so schön, so herzlich und strahlend empfangen zu werden. Die Kinder an diesem Abend ins Bett zu bringen, war der krönende Abschluss eines perfekten Wochenendes.

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