Goldener Herbst in Trentino

Auch in Trentino, Italien hielt der perfekte Altweibersommer Einzug und lockte mit für Ende Oktober unglaublich milden Temperaturen. Am 30.10. ging es über den Brenner in Richtung Arco. Wir kamen noch eine Stunde vor Ladenschluss an, was uns die Möglichkeit bot, noch ein Wenig durch die Innenstadt und die Geschäfte zu schlendern. Danach machten wir uns auf in Richtung Klettergebiet „La Gola“, da wir dort schon einen Schlafplatz kannten. Am nächsten Morgen gingen wir auch in selbiges Klettergebiet und verbrachten den Tag bei perfektem Kletterwetter. Abends ging es noch einmal kurz in Richtung Arco und von dort in Richtung Ledrosee, da wir am darauffolgenden Tag ins das Klettergebiet „Regina del Lago“ wollten.

Der Weg zu diesem Klettergebiet ist im Arco-Kletterführer leider nicht allzu gut beschrieben… so suchten wir über eine Stunde den von uns angestrebten Sektor B. Wenigstens um zu wenig Konditionstraining brauchten wir uns an diesem Tag keine Sorgen mehr zu machen 🙂 Das Klettern dort entlohnte dafür umso mehr und man war auch schon wieder mehr an den arcotypischen Fels gewöhnt. Die Route „Eros“ (6b+) im rechten Wandteil ist sehr zu empfehlen.

Am Abend machten wir uns noch einmal auf, um weiter Richtung Norden, am Molvenosee vorbei, zu dem Klettergebiet „Cavedago“ zu fahren. Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz in unmittelbarer Nähe machten wir eine Bekanntschaft der besonderen Art: Auf einmal tauchte im Lichtkegel des Campolo ein ausgewachsener Braunbär auf. Diesen störte das grelle Licht aber überhaupt nicht und so hatten wir die Gelegenheit auch ein paar Bilder aus dem sicheren Auto zu machen. Als er sich dann doch entschloss langsam von dannen zu trotten kam die nächste Überraschung: Er bzw. Sie hatte auch noch ein Jungtier dabei. Wir suchten uns dann einen Schlafplatz in sicherer Entfernung 😀 Am nächsten Morgen hieß es dann Eiskratzen und wir waren froh um unsere Daunenschlafsäcke.

Nach einem Frühstück bei Minusgraden zog es uns auf Grund der gigantisch wirkenden Felsen am nächsten Tag in das Klettergebiet nahe der Ortschaft Cavedago. Dem Bär begegneten wir trotz unnötig langer Suche nach dem Gebiet (diesmal waren wir mit selbst Schuld, Steinmännchen haben halt doch meistens eine Bedeutung 😉 ) nicht und der südausgerichtete Fels in Kombination mit der Sonne bereitete uns einen genialen letzten Tag. Die Routen waren recht knackig, aber sehr lohnend. Besonders die Verschneidung „Big Bordons“ (6a+) ist gewaltig!