Wendepunkt

Trondheim und das angrenzende Klettergebiet Hell waren ein schöner Zwischenstopp. Klasse Kletterfels und freundliche Locals machten den Aufenthalt dort sehr angenehm. Von Hell aus ging es weiter zu DER Kletterdestination in Norwegen: Flatanger! Berühmt wegen der von Adam Ondra eingebohrten 9b+ „Change“. Wir begnügten uns aber zunächst mit einer schönen Mehrseillängentour (6a, 5b, 5a, 4b) zum Auftakt, in einem in der Nähe der Flatangerhöhle liegenden Klettergebiet. Am darauffolgenden Tag ging es dann auch für uns in die unvorstellbar riesige, überhängende Wandsektion Nähe der Ortschaft Lauvsnes. Unser Kletterkönnen reichte leider für einen Großteil der Route nicht aus, dennoch erlebten wir einen witzigen und erlebnisreichen Klettertag. Tags drauf ging es noch in ein weiteres anliegendes Gebiet, wo wir den Vormittag zum Kraxeln nutzen konnten, bis uns der Regen vertrieb. Neben den außergewöhnlich guten Klettermöglichkeiten bietet die Gegend dort auch äußerst gute Fischbestände. So konnten wir uns jeden Abend mit selbstgefangenem Fisch versorgen (hauptsächlich Makrele). Weiter ging es Richtung Norden auf die Insel Leka, die auf Grund ihrer Gesteinsart absolut einzigartig und lohnenswert ist. Dort machten wir eine gemütliche Wanderung auf den Harfjellet (376 Hm) und genossen schlicht die Landschaft. Nach einer Nacht auf einem abermals perfekten Schlafplatz ging es weiter nach Torghatten, einer kleinen Insel, auf der ein Berg mit einem 35 m hohen, 160 m langen und 15 m breiten Loch thront. Nachdem wir dieses mehr als ungewöhnliche Phänomen betrachtet hatten, ging es auch schon weiter, denn klettern durfte man dort leider nicht… Wir setzten mit der Fähre über in Richtung Sandnessjoen. Auf dem Weg kamen wir an der Bergkette der „sieben Schwestern“ vorbei, wo wir kurzerhand entschlossen, den Gipfel des „Kvasstind“ noch mit zunehmen. Wir hätten kein für die Tour besseres Wetter erwischen können und so genossen wir die Zeit auf den 1010 Metern über dem direkt angrenzenden Meer. Unten angekommen fing es auch schon leicht zu tröpfeln an, weswegen wir unseren Weg mit einem Grinsen im Gesicht weiter fortsetzten: Den Tag hatten wir schon perfekt genutzt. An diesem Tag passierten wir dann auch den nördlichsten Punkt unserer Reise, da wir uns bereits Tage davor entschlossen hatten, die Lofoten nicht mehr zu bereisen, da wir die Rückfahrt auch noch genießen wollten. So befinden wir uns zurzeit in Haugen, einem Örtchen direkt an der E6, die uns den weiteren Weg Richtung Trondheim weisen wird. In Trondheim werden wir nochmals klettern gehen und auch so noch weitere Gebiete auf dem Rückweg ansteuern, da wir einen anderen Routenverlauf als hinauf wählen werden. Es bleibt also zu berichten 🙂