Seit unserer Hochzeit im Juni 2021 wollten wir einmal ein Wochenende zu zweit verbringen, um nochmal anzustoßen und eine schöne gemeinsame Zeit zu haben. Norwegen 2021 „erschwerte“ das natürlich erst einmal und nicht allzu lang nach unserer Rückkehr ging die Zeit in der Klinik los, was ein solches Vorhaben natürlich ebenfalls unmöglich machte. Ende August 2022 sollte es nun aber endlich soweit sein und wir machten uns fast wie früher nur zu zweit auf den Weg gen Süden. Nur diesmal mit neuem Bus und um viele Erfahrungen reicher. Der Nachwuchs war sicher bei Omi und Opi verstaut und der Hochzeitswein eingepackt. Natürlich wollten wir aber nicht nur herumsitzen und über in vino veritas philosophieren, sondern uns auch am Fels bewegen. Das Wetter versprach trockene Verhältnisse, wir hätten aber auch auf die Temperaturen achten sollen. Es war derart heiß, dass es uns aus der für den ersten Tag angepeilten Tour Archangelo gleich in der ersten Seillänge herausbrannte. Ein wenig ärgerte es uns, weil sie wirklich genial klingt, aber bereits die erste Länge bereitete uns große Schwierigkeiten, evtl. wegen der Hitze, evtl. weil wir noch gar nicht im Modus waren. Was auch immer der Grund war, wir entschieden abzuseilen und etwas zu warten, bis die ärgste Sonne aus den Wänden war und gingen dann noch nach etwas Einstiegssuche die Via Crucis. Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Mehrseillängentour, die von Plattenkletterei, über Querungen und leicht überhängende Kletterei alles zu bieten hatte.

Der Blick oben vom Kreuz ist traumhaft und der Abstieg eine sehr gemütliche Variante den Tag ausklingen zu lassen. Da die Sarche auch nicht unweit unseres Parkplatzes war konnten wir uns auch nochmal abkühlen, da wir von den ersten Stunden des Tages in der Archangelo immer noch sehr aufgeheizt waren.
Wir verbrachten eine ruhige Nacht in unserer Josi-Nana und guckten uns für den nächsten Tag die La piccola Verticalita aus. Zunächst musste am Abend aber noch der Hochzeitswein verkostet werden. Tipp an alle: Immer Mückennetz dabeihaben, falls man mal Kork aus dem Wein filtern muss, weil der Korken abbricht 😀
Frisch gestärkt ging es in der Früh an den für Arco etwas längeren Zustieg am Wandfuß entlang. Die Tour ist eine sehr gelungene Routenführung durch die oben immer röter werdende Wand. Schon die zweite Länge bietet nahezu athletische Kletterei, die bei Bedarf gut selbst abgesichert werden kann. Weiter nach oben kommend wird die Tour dann nochmal fordernder und bietet wieder athletische Kletterei an guten Griffen, bei der die Psyche unter Kontrolle gehalten werden sollte. Ist bei Hitze tatsächlich gar nicht immer so einfach. Der Abstieg geht dann problemlos über den Wanderweg und Klettersteig und die Sarche lockt wieder mit ihrer erfrischenden Kälte.

Für uns war der Kurzausflug eine wichtige „Maßnahme“ um wieder in die Normalität zurückzufinden und hat uns gezeigt, dass nach jeder schweren Phase auch wieder schöne und lebenswerte Momente kommen! Danke an Omi und Opi für das Kind-Watching 😀


















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